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Diagnosefinder
Hilfe bei angeborenen Alkoholschäden
Charité: Hilfsangebot für Kinder mit Geburtsfehler durch Alkohol
Die Charité-Universitätsmedizin Berlin hat gemeinsam mit der „Stiftung für das behinderte Kind“ ein Zentrum für Menschen mit angeborenen Alkoholschäden eröffnet. Kinderärzte, Geburtshelfer und Psychologen arbeiten im Zentrum eng zusammen.
Ein Leben lang auf Hilfe angewiesen
Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache angeborener Behinderungen von Kindern. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 10.000 Kinder geboren, die unter dem Alkoholkonsum ihrer Mutter während der Schwangerschaft leiden. Die schwerste Form der Schädigung ist das fetale Alkoholsyndrom (FAS) bezeichnet.
Über 3.000 Kinder kommen jedes Jahr mit dieser schweren geistigen und körperlichen Behinderung zur Welt. Die Probleme sind vielfältig: niedriges Geburtsgewicht, verzögertes Wachstum, Fehlbildungen an den Organen, verminderte Intelligenz sowie kognitive und emotionale Störungen. Die Kinder neigen zu Verhaltensauffälligkeiten sowie Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Störungen. Sie können sich Informationen schlecht merken, neigen zu unsozialem Verhalten und haben Probleme, sich zu kontrollieren oder Handlungen zu planen. Oft sind sie nicht in der Lage, mit abstrakten Kategorien wie Zeit oder Geld umzugehen.
Nur etwa 20 Prozent der Kinder mit fetalem Alkoholsyndrom können als Erwachsene selbstständig leben. 80 Prozent sind immer auf Betreuung angewiesen.
Hilfe, Beratung und Prävention
Die Ärzte am neuen FASD-Zentrum der Charité helfen diesen Kindern. Körperliche Fehlbildungen können sie in manchen Fällen operativ korrigieren. Frühförderung gleicht Entwicklungsdefizite teilweise aus, doch eine Heilung der Kinder ist nicht möglich.
„Neben der Diagnostik und Beratung wollen wir besonderes Augenmerk auf die primäre Vorsorge legen“, sagt Professor Joachim Dudenhausen von der Charité. Die Schäden seien nur durch Aufklärung, Verhütung und völligen Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft vermeidbar.
- Links:
- Betroffene sowie deren Angehörige erhalten Hilfe im Zentrum unter der Telefonnummer 030 450 564 107 oder per E-Mail: fasd-zentrum(at)charite.de



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