Cashew

thanin kliangsa-ard/Shutterstock.com

Beheimatet ist der Cashew-Baum (Kaschubaum) in Brasilien. Die Portugiesen führten ihn in Mosambik und Indien ein, wo sie ihn als Erosionsschutz entlang der Küsten pflanzten. Der Cashew-Baum verbreitete sich schnell in vielen tropischen Ländern und fand dort seinen Weg in die Volksmedizin. 

Zum Einsatz kommen die Rinde des Baums, die frischen Blätter und das Öl in der Kern-Schale. In Brasilien und Nigeria nutzt man die Abkochung der Rinde gegen Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen, in Indien und Nigeria als Fieber- und Abführmittel. Auf den Philippinen sind die jungen Blätter Mittel gegen Durchfall, Ruhr und Hämorrhoiden; aus den älteren Blättern werden heiße Umschläge gemacht, die bei Verbrennungen und Hautleiden helfen. Mit dem Schalenöl – dem giftigen Cardol – behandelt man in Indien Lepra, Elephantiasis, Psoriasis, Ringelflechte, Warzen und Hühneraugen. Cardol wirkt stark hautreizend und führt bei Kontakt mit Schleimhäuten zu schweren Verätzungen.

Die Cashew-Kerne dienen vor allem als Nahrungsmittel. Sie werden samt ihrer Schale im Wasserdampf erhitzt oder in Öl geröstet. So lassen sich die Kerne leichter aus der Schale lösen, und die Hitze neutralisiert das giftige Öl. Neben Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Eisen enthalten Cashew-Kerne eine sehr hohe Menge an Tryptophan – einer essenziellen Aminosäure. Diese braucht der menschliche Körper, um das Glückshormon Serotonin herzustellen.

Wissenschaftlicher Name: Anarcardium occidentale, Acajuba occidentalis, Cassuvium pomiferum.

Charakteristik

Der Cashew-Baum gehört – wie auch Mango- oder Pistazienbäume – zur Familie der Sumachgewächse. Man kultiviert ihn überall in den Tropen. Derzeit gelten Indien, Brasilien, Nigeria und Tansania als die Hauptproduzenten.

Die Frucht des Cashew-Baums besteht aus einer großen Scheinfrucht, dem sog. Cashew-Apfel und dem Cashew-Kern (Kaschunuss). Die birnenförmigen, gelborgange bis rot gefärbten „Äpfel“ sind reich an Vitamin C und haben einen intensiven süßsäuerlichen Geschmack. Da Cashew-Äpfel sehr verderblich sind – sie faulen bereits einen Tag nach der Ernte –, eignen sie sich nicht als Handelsgut. Die eigentlichen Früchte sind die nieren­förmigen Cashew-Kerne – auch Elefantenläuse genannt. Botanisch gesehen handelt es sich hierbei nicht um Nüsse, sondern um Steinfrüchte. 

Anwendungsbereiche

Volksmedizin: Hautreiz- und Ätzmittel gegen wildes Fleisch in Geschwüren, gegen Warzen und Hühneraugen.
Indische Medizin: zusätzlich als Haarwuchsmittel.
Homöopathie: stark juckender Bläschenausschlag, Gesichtsrose.

Sonstige Verwendung

Haushalt: Nahrungs- und Genussmittel, Speiseöl. Die Scheinfrüchte werden als Obst gegessen und zu Konfitüre oder Essig verarbeitet.
Landwirtschaft: Kerne und Kernschalen als Hühnerfutter.
Industrie: Aus dem Schalenöl werden hitzeresistente Gummi und Industrie-Harze hergestellt.

Dosierung

Homöopathie: meist in Kombinations­präparaten.
Oral: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30–60 Minuten (akut) oder 1–3-mal täglich (chronisch); 
Parenteral: 1–2 ml 3-mal täglich s. c. Salben, Spülungen und 1–2-mal täglich Umschläge (1 EL auf 250 ml Wasser).

Wirkung und Nebenwirkungen

In vitro wirkt der mit Ethanol hergestellte Trockenextrakt antibakteriell gegenüber den grampositiven Bakterien Bacillus subtilis und Staphylococcus aureus. Die Anacard­säure – sie steckt vor allem in der Kernschale, aber auch im Kern selbst – wirkt antimikrobiell, mollusken- und wurmabtötend sowie gegen Tumorzellen.

Die in der Kernschale enthaltenen Alkylphenole sind starke Kontaktallergene. Bei Kontakt mit der Haut kann sich ein Hautausschlag mit Knötchen und Bläschen bilden. Kommt die Haut häufig mit Alkylphenolen in Berührung, drohen rissige Hautausschläge.

Anwendung in Lebensmitteln

Cashew-Äpfel werden als Obst gegessen, zu Saft gepresst oder zu Konfitüre verarbeitet. Aus den Kernen gewinnt man Speiseöl. Als Genussmittel bietet der Handel gedämpft (oder „roh“), geröstet, gesalzen, gewürzt oder karamellisiert an.

Autor*innen

Th. Brendler, J. Gruenwald, Ch. Jaenicke, Ch. Stockert | zuletzt geändert am um 16:45 Uhr