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Häufige Stressfaktoren: Hektik im Beruf, immer erreichbar sein

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Was ist eigentlich Stress?


Folgen für Körper und Seele


Stress wird zur Volkskrankheit: Acht von zehn Deutschen sind täglich zu sehr unter Druck. Das macht die Menschen krank und belastet die Wirtschaft. Wie Stress entsteht, wer davon besonders betroffen ist und was man dagegen tun kann, erklärt Diplom-Psychologe York Scheller.

Herr Scheller, was genau ist eigentlich Stress?


York Scheller: „Wenn der Mensch in Stress gerät, aktiviert das Gehirn den gesamten Organismus und setzt Energiereserven frei – ursprünglich, um je nach Bedrohung fliehen oder angreifen zu können.

Auslöser kann alles Mögliche sein, von Angst bis Zeitdruck. Unser Körper reagiert, indem er die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausschüttet. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, Muskeln spannen sich an und die Schmerzempfindlichkeit sinkt."

An welchem Punkt schlägt positive Anspannung in negativen Stress um?


York Scheller: „Wohl dosiert, steigert Stress die Motivation und beflügelt zu geistigen und körperlichen Höchstleistungen. Wann eine Aufgabe nicht mehr als positiv herausfordernd, sondern als belastend wahrgenommen wird, ist verschieden – je nachdem, wie die individuelle Persönlichkeit strukturiert ist. Selbst geringe Anlässe, die die meisten Menschen kaum belasten, empfinden andere als bedrohend. Oft löst ein Gefühl von Hilflosigkeit den negativen Stress aus.“

Was passiert, wenn einem alles über den Kopf wächst?


York Scheller: „Dauerstress macht krank. Wer auf angespannte Zeiten keine Erholungsphasen folgen lässt und seine Energiereserven nicht ausreichend auftankt, nimmt auch seinem Immunsystem die Chance, Schritt zu halten. Die Stressresistenz nimmt ab, und wer unter Dauerdruck steht, kann sich schwer konzentrieren, hat oft Angst, kann schlecht schlafen und ist ständig erschöpft. Ziehen Betroffene nicht die Notbremse, kann ein Burnout die Folge sein. Nicht nur die psychischen, auch die körperlichen Folgen sind massiv, wenn man keinen Ausweg aus der Stress-Spirale findet. So lässt Stress durch einen dauerhaft hohen Blutdruck und erhöhte Blutfettwerte die Arterien verkalken und das Risiko für Durchblutungsstörungen, Schlaganfall und Herzinfarkt wird immer größer. Zudem leiden Stressgeplagte deutlich überproportional unter Rücken- und Magenbeschwerden, Übelkeit und Migräne.“

Wie kann man akutem Stress am besten entgegenwirken?


York Scheller: „Sport und Bewegung an der frischem Luft helfen, die in Stress-Situationen freigesetzte überschüssige Energie abzureagieren. Auch Gespräche mit Familie und Freunden oder Entspannungsübungen eignen sich gut, um den Stress-Pegel zu senken. Um die eigene seelische Waage auf Dauer im Gleichgewicht zu halten, ist es unentbehrlich, sich ehrlich mit seinen Einstellungen und Erwartungen auseinanderzusetzen. Jeder sollte sich bewusst machen, dass er sein Leben aktiv nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten kann und sich nicht von seinem Alltag getrieben fühlen muss.“


26.11.2013 | Von: Redaktion apotheken.de; York Scheller; Bildrechte: Barmer GEK


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