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Vor jeder Transfusion wird das Blut getestet, um Komplikationen auszuschließen.

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Die Blutgruppen


Was hinter dem AB0-System steckt


Bei Bluttransfusionen entscheidet die Blutgruppe des Empfängers darüber, welches Blut ihm gespendet werden darf. Das Spenderblut muss dem Empfängerblut dabei so ähnlich sein, dass es sich mischen lässt, ohne zu verklumpen. Passt das Blut nicht, drohen schwere Immunreaktionen und Kreislaufkollaps.

Was Blutgruppe bedeutet

Das Blut besteht aus einem festen und einem flüssigen Anteil. Die roten Blutkörperchen gehören zum festen Anteil. Sie haben chemische Strukturen auf ihrer Zelloberfläche, sogenannte Antigene. Man unterscheidet nach ihrer Form zwei Sorten: Das Antigen A und das Antigen B. Wer Blutzellen mit dem Antigen A trägt, hat Blutgruppe A – sie ist mit 43 Prozent die häufigste in Mitteleuropa. Wer das Antigen B trägt, hat die seltenere Blutgruppe B, die etwa 13 Prozent ausmacht. Kommen die Merkmale A und B zusammen auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen vor, so handelt es sich um Blutgruppe AB. Diese Blutgruppe hat hierzulande nur etwa 5 Prozent der Bevölkerung. Treten keines der Merkmale A und B auf, spricht man von Blutgruppe 0. Sie ist mit 39 Prozent die zweithäufigste Blutgruppe in Deutschland.

Warum nicht jedes Blut passt

Neben den Antigenen, die fest gebunden sind, schwimmen zusätzlich Eiweiße im Blut – sogenannte Antikörper. Sie dienen dazu fremde Blutzellen zu erkennen und abzuwehren. Im Blut der Gruppe A schwimmen Antikörper, die sich gegen das Antigen B richten. Sie erkennen die Blutgruppe B als fremd, was dazu führt, dass Mischblut aus A und B verklumpt. Das heißt, die Blutgruppe A verträgt sich nicht mit B. Daher kann einem Empfänger mit Blutgruppe A kein Blut der Gruppe B gespendet werden. Umgekehrt gilt das gleiche: Träger der Blutgruppe B besitzen Antikörper gegen das Antigen A.

Universalspender Blutgruppe 0

Spenderblut mit derselben Blutgruppe wie das Empfängerblut passt immer. Auch die Blutgruppe 0 kommt als eine Art Universalspender immer in Frage. Da die Blutzellen der Gruppe 0 keine Antigene besitzen, liegen auch keine Antikörper im Blut des Empfängers gegen sie vor, die unerwünschte Immunreaktionen auslösen könnten. Empfängern mit Blutgruppe A und B kann Blut der Blutgruppe 0 ohne Risiko gespendet werden und umgekehrt.

Sonderfall Blutgruppe AB

Träger der Blutgruppe AB haben auch keine Antikörper im Blut. Das verhindert, dass das eigene Blut verklumpt. Im Falle einer Bluttransfusion können sie Spenderblut jeder anderen Blutgruppe erhalten – also A, B oder 0. Dennoch können bei Spenden der Blutgruppe A und B Komplikationen auftreten. Um dies auszuschließen, wird auch hier – wie vor jeder Transfusion – das Blut getestet.

Quelle: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).


07.03.2018 | Von: Redaktion apotheken.de; Sandra Göbel; Bildrechte: ESB Professional/Shutterstock.com


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