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Differenzialblutbild



Die weißen Blutkörperchen sind alle an der Immunabwehr beteiligt. Sie sind aber keine einheitliche Zellgruppe, sondern werden unterteilt in:

 

  • Granulozyten mit den drei Untergruppen neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Die neutrophilen Granulozyten können Krankheitserreger abtöten und Zelltrümmer in sich aufnehmen. Sie gehören also zu den Fresszellen. Die eosinophilen Granulozyten können u. a. Histamin inaktivieren und Antigen-Antikörper-Komplexe aufnehmen. Die basophilen Granulozyten sind u. a. an allergischen Sofortreaktionen beteiligt.
  • Lymphozyten, die eine wichtige Rolle bei der spezifischen Abwehr haben. Die T-Lymphozyten können sich direkt an fremde Zellen binden und diese vernichten. Sie sind an der Abwehr von Viren und Pilzen sowie Tumoren beteiligt. Die B-Lymphozyten sind für die Bildung der Antikörper (Immunglobuline) zuständig.
  • Monozyten, die ebenfalls zu den Fresszellen zählen.

Im Differenzialblutbild werden die weißen Blutkörperchen in die verschiedenen Untergruppen aufgeschlüsselt. Meist geschieht dies heute vollautomatisch mit Hilfe eines Geräts (Automaten-Differenzialblutbild). Sind die Ergebnisse jedoch zweifelhaft, soll nach Veränderungen im Aussehen der weißen Blutzellen oder Einlagerungen in ihnen gesucht werden, muss ein manuelles Differenzialblutbild gemacht werden, bei dem ein Blutausstrichpräparat angefertigt und mikroskopiert wird.

Tabelle

Zellart

Normalbereich in Zellen pro µl

Normaler Anteil in Prozent der weißen Blutkörperchen

Erniedrigt

Erhöht

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) gesamt

4 000–10 000

Im Wesentlichen wie bei Veränderungen der neutrophilen Granulozyten

Im Wesentlichen wie bei Veränderungen der neutrophilen Granulozyten

Segmentkernige neutrophile Granulozyten

3 000–5 800

50–70 %

Virusinfektionen, manche bakterielle Infektionen, Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel, Autoimmunerkrankungen, Knochenmarkschädigung, z. B. durch Medikamente, nach Bestrahlung oder Chemotherapie, bestimmte Leukämien

Bakterielle Infektionen, Entzündungen, viele akute Erkrankungen, Rauchen, Stress, einige Medikamente (wie z. B. Kortison, „Pille“), Cushing-Syndrom, bestimmte Leukämien

Stabkernige neutrophile Granulozyten

150–400

3–5 %

Lymphozyten

1 500–3 000

25–45 %

Immundefekte (z. B. AIDS), Knochenmarkschädigung, z.B durch Medikamente, Lupus erythematodes, Cushing-Syndrom, Kortisoneinnahme

Virusinfektionen, manche bakterielle Infektionen (z. B. Keuchhusten), Schilddrüsenüberfunktion, bestimmte Leukämien und Lymphome

Eosinophile Granulozyten

50–250

1–4 %

Nicht von Bedeutung

Allergien, Parasitenerkrankungen (z. B. Wurmerkrankungen), Erholungsphase nach akuten Infektionen, bestimmte Leukämien und Lymphome, Autoimmunerkrankungen

Basophile Granulozyten

15–50

0–1 %

Nicht von Bedeutung

Bestimmte Leukämien

Monozyten

285–500

3–7 %

Knochenmarkschädigung, z. B. durch Medikamente

Chronische Infektionen, Erholungsphase nach akuten Infektionen, bestimmte Leukämien

Indikation

  • Klärung von erhöhten oder erniedrigten Zahlen weißer Blutkörperchen
  • Diagnose und Verlaufskontrolle von Infektionen oder Blutkrankheiten (z. B. Blutarmut, Leukämie).

Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess | zuletzt geändert am 29.08.2019 um 13:27


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