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Auslandsreiseversicherung

Um Arztbesuche im Ausland nicht bar – und oft zu Fantasiepreisen – bezahlen zu müssen, gibt es für die meisten europäischen Länder (EU und Island, Norwegen, Liechtenstein und Schweiz) den grünen Auslandskrankenschein bzw. die seit 1. Januar 2006 eingeführte European Health Insurance Card (EHIC).

Der Umfang der Leistungen richtet sich allerdings nach den Bestimmungen im Gastland. Und damit beginnen oft die Probleme: Es ist möglich, dass die Rechnung für den Arzt im Ausland zunächst einmal bar bezahlt werden muss; nach Hause zurückgekehrt, muss man dann versuchen, den Betrag von der Kasse erstattet zu bekommen. Nicht selten bleibt man aber trotzdem auf einem Teil der Kosten sitzen. Es kann auch passieren, wie beispielsweise in teuren Skigebieten Österreichs und der Schweiz, dass Ärzte die Europäische Versichertenkarte nicht akzeptieren.

Um diesen Risiken aus dem Weg zu gehen, lohnt sich der Abschluss einer Auslandsreiseversicherung, die auch die Kosten eines Rücktransports übernimmt. Reisekrankenversicherungen übernehmen in der Regel nicht nur in Europa, sondern weltweit alle Kosten, sodass der Abschluss einer Police sich für Kassenpatienten lohnt – Privatpatienten müssen dies ganz individuell in Absprache mit ihrer Krankenkasse prüfen. Wichtiger als auf den Preis zu schauen ist jedoch, die Bedingungen zu vergleichen: Besonders für Ältere ab 70 Jahren, Patienten mit Vorerkrankungen und auch für Schwangere gibt es teilweise sehr hohe Aufschläge.

Hilfreich sind die Auslandskrankenversicherer auch bei der Suche nach einem „guten“ Arzt im Ausland – ein wichtiger Service angesichts der Gefahr, an einen Betrüger zu geraten. Viele Versicherungsgesellschaften führen, auch im eigenen Interesse natürlich, für die wichtigen Reiseregionen der Welt weiße Listen empfehlenswerter Ärzte und Kliniken sowie schwarze Listen mit Praxen und Institutionen, die man auf jeden Fall meiden sollte. Sie haben Telefonhotlines eingerichtet, die teilweise rund um die Uhr besetzt sind. Adressen von Ärzten vor Ort erhalten Sie zudem beim ADAC oder den jeweiligen Botschaften.


Von: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 09.08.2016 um 13:00


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