Süß und gefährlich

Einstiegsdroge E-Zigarette

Alloy Photography/Veer
Experten vermuten, dass Jugendliche sich schneller zum Rauchen verleiten lassen, wenn sie Erfahrungen mit E-Zigeretten oder Shishas haben.

E-Zigaretten und E-Shishas locken mit süßen, fruchtigen Aromen. Das trifft genau den Geschmack der Kinder und Jugendlichen. Doch der neue Trend ist nicht harmlos: Selbst bei nicotinfreien Varianten drohen Gewöhnung und Gesundheitsrisiken. Die Deutsche Krebshilfe und das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHER wollen daher die Abgabe aller E-Inhalationsprodukte an Minderjährige verbieten.

Selbst nicotinfreie Varianten gefährden die Gesundheit

In E-Zigaretten verdampft eine Mischung aus Nicotin, Aromen und weiteren Chemikalien. Selbst die nicotinfreien Varianten reizen nachweislich die Atemwege und verunreinigen die Raumluft. „ Das bereitet den Boden für Infektionen, langfristig sind Lungenveränderungen nicht auszuschließen“, erklärt Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Einstiegsdroge für jugendliche Raucher

Mit ihren fruchtigen Aromen knüpfen nicotinfreie E-Zigaretten nahtlos an die Süßigkeiten aus der Kinderzeit an. Doch hinter der unschuldigen Nascherei lauert der Gewöhnungseffekt. „Mit vermeintlich harmlosen und schmackhaften E-Sishas und E-Zigaretten wird das Rauchritual eingeübt“ Ihr Konsum kann den Einstieg in das Rauchen fördern und damit die bisherigen Erfolge der Tabakprävention bei Jugendlichen zunichte machen“, warnt Gerd Nettekofen, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

E-Zigaretten-Verbot für Minderjährige geplant

Bisher erhalten Minderjährige E-Zigaretten und die dazugehörige Befüllung problemlos am Kiosk. Die Deutsche Krebshilfe und das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHER sehen dies mit Besorgnis. Gemeinsam mit dem Bundeselternrat sowie Kinder- und Jugendärzten wollen sie den Verkauf aller E-Inhalationsprodukte an Minderjährige verbieten. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig plant bereits eine entsprechende Änderung des Jugendschutzgesetzes. Unterstützt wird sie dabei von dem Bundesernährungsminister Christian Schmidt und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler.  

Autoren

Susanne Schmid/Deutsche Krebshilfe e.V. | zuletzt geändert am 20.02.2015 um 13:47 Uhr
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