Eine Stunde täglich aktiv sein

Sport für starke Kinderrücken

Alloy Photography/ veer
Kinder brauchen zum Hausaufgaben machen einen, an ihre Größe angepassten, Schreibtisch. Das beugt Fehlhaltungen und Rückenschmerzen vor.

Jetzt ist es wieder soweit: Tausende ABC-Schützen starten ins Schulleben. Doch langes Sitzen in der Schulbank und Hobbys wie Computerspielen oder Fernsehen schaden dem Kinderrücken. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) empfiehlt mindestens eine Stunde Bewegung täglich, um Haltungsschäden und Rückenschmerzen vorzubeugen. Schwache Muskeln durch Dauersitzen

Die KiGGS, eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Lediglich ein Viertel der 3- bis 17-Jährigen ist täglich mindestens eine Stunde lang körperlich aktiv. Der Schulalltag und auch der Großteil der Freizeit spielen sich überwiegend im Sitzen ab. Die mangelnde Bewegung in der körperlichen Wachstumsphase hat schwerwiegende Folgen. Der kindliche Bewegungsapparat entwickelt sich nicht optimal und Muskeln werden nur schwach ausgebildet. Schwache Bauch- und Rückenmuskeln sind nicht in der Lage, die Wirbelsäule richtig zu stützen. Dadurch kommt es zur Fehlstellung und Überbeanspruchung der Wirbelsäule und infolgedessen zu Rückenschmerzen. Bewegung als Teil des Alltags

Die Experten der DGOU empfehlen, sich täglich mindestens eine Stunde lang körperlich zu betätigen. „Damit Kinder nicht die Rückenpatienten von morgen werden, müssen die Muskeln des Bewegungsapparates täglich trainiert werden. Dabei geht es nicht um aufwändige Hobbys, sondern es kommt darauf an, den Alltag einfach bewegter zu gestalten. Denn oftmals wechseln die Schülerinnen und Schüler von der Schulbank direkt vor PC und Fernseher“, warnt Professor Fritz Uwe Niethard, Generalsekretär der DGOU. Bewegung lässt sich ganz einfach in den Tagesablauf einbauen. Ein guter Anfang ist zum Beispiel, den Aufzug oder die Rolltreppe links liegen zu lassen und stattdessen Treppen zu steigen. Bei kurzen Schulwegen bietet es sich an, die Kinder nicht mit dem Auto hinzufahren, sondern aufs Fahrrad umzusteigen oder zu Fuß zu gehen. Außerdem sollten Eltern den Medienkonsum ihres Nachwuchses begrenzen. Legen Sie bestimmte Zeiträume fest, in denen Fernsehen und Computerspielen erlaubt ist. Den restlichen Tag sollten Kinder draußen im Freien spielen, sich kreativ betätigen oder im Sportverein aktiv sein. Gesundes Sitzen will gelernt sein

Auch die richtige Körperhaltung beim Sitzen beugt Rückenbeschwerden vor. Stellen Sie Ihrem Nachwuchs für die Hausaufgaben einen, auf seine Größe angepassten, Schreibtisch zur Verfügung. Daran sitzen die Kinder idealerweise mit geradem Rücken in leicht vorgeneigter Haltung. Bei einer falschen Körperhaltung verbiegt sich die Wirbelsäule nach hinten. Dieser Sitzbuckel (Kyphose) zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule bei Kindern.

Autoren

Anne Jantos/ DGOU | zuletzt geändert am 21.08.2014 um 14:23 Uhr
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