Verhaltenstherapie hilft

Rauchfrei durch das neue Jahr

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Eine Verhaltenstherapie hilft dabei, der Versuchung durch den Glimmstängel zu widerstehen.

Wer sich für das neue Jahr vorgenommen hat mit dem Rauchen aufzuhören, stößt meist schnell an seine Grenzen. Viele Raucher fallen rasch in ihre alten Verhaltensmuster zurück. Verschiedene Mittel und Maßnahmen können jedoch dabei helfen, dauerhaft auf die Zigarette zu verzichten, wie ein Experte der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) erklärt.

Professionelle Unterstützung

Etwa die Hälfte aller Raucher schafft es ohne Hilfsmittel nicht mehr zur Zigarette zu greifen. Meistens benötigen sie dafür aber mehrere Versuche. „Den ersten Rauchstopp sollte man zuerst selbst versuchen. Personen, die es aber nicht alleine schaffen, es sich alleine nicht zutrauen und noch keinen Aufhörversuch erfolgreich bewältigt haben, sollten professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen“, berichtet Prof. Dr. Anil Batra, von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Der Experte hält eine verhaltenstherapeutische Raucherentwöhnung, die mit Medikamenten unterstützt wird, für optimal.

Die Verhaltenstherapie kann im Rahmen einer Einzel- oder Gruppentherapie stattfinden. In der Therapie geht es darum, die eigene Motivation zum Aufhören zu stärken sowie die eigenen Verhaltensweisen zu analysieren. Raucher lernen dadurch alternative Verhaltensweisen zum Rauchen. Ebenfalls mindert die Therapie Ängste, die mit dem Rauchverzicht in Verbindung stehen wie etwa Gewichtszunahme und Stresssituationen.

Entzugserscheinungen bekämpfen

Während des Nikotinverzichts drohen körperliche Entzugserscheinungen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit oder depressiven Verstimmungen. Die Ausprägungen sind unterschiedlich und halten zwischen zwei bis sechs Wochen an.  Diese Symptome können Raucher in der Regel ohne Medikamente überstehen. Es gibt aber auch Hilfsmittel, die den Entzug erleichtern. „Durch Nikotinprodukte wie Kaugummis,  Pflaster, Lutschtabletten oder Inhalers können Entzugssymptome gelindert werden. Darüber hinaus stehen auch die verschreibungspflichtigen Medikamente Bupropion und Vareniclin zur Verfügung, die das Rauchverlangen dämpfen können. Da sie jedoch nicht frei von Nebenwirkungen sind, muss die Einnahme ärztlich begleitet werden“, so Batra.

Nur seriöse Angebote

Auch bei Misserfolg sollten Raucher nicht aufgeben. „Es werden viele Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Nikotinentwöhnung angeboten. Leider gibt es auch viele unseriöse Angebote. Interessierte sollten sich daher am besten an Entwöhnungs-Programme halten, die wissenschaftlich untersucht und deren Nutzen belegt ist“, rät der Suchtexperte. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet auf ihrer Website www.rauchfrei-info.de verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten an. Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt über ihre Hotline-Nummer eine telefonische Beratung. So kann jeder Raucher seine optimale Methode finden, um langfristig mit dem Rauchen aufzuhören.

Autoren

Isabelle Hübler/DGPPN | zuletzt geändert am 09.01.2015 um 09:56 Uhr
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