Herbst ist ideale Zeit für Therapie

Pollenallergie

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Heuschnupfen: Wer den nächsten Sommer beschwerdefrei genießen will, unterzieht sich am besten jetzt einer Immuntherapie.

Heuschnupfen-Geplagte haben die Chance, ihre Allergie langfristig zu bekämpfen: mit einer Hyposensibilisierung. Das ist eine Art Impfung, die unempfindlich macht gegenüber dem Pollen, auf den man allergisch reagiert. Warum Betroffene gerade jetzt damit beginnen sollten, erläutern die Lungenärzte im Netz.

Herbst ist pollenärmste Saison

„Jetzt beginnt eine Ruhephase für Allergiker, und die muss man für die Behandlung ausnutzen, da nunmehr kaum noch Pollen fliegen“, sagt Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung (DLS). Ab spätestens Januar sieht das bereits anders aus. Dann müssten zumindest Erle- und Haselallergiker damit rechnen, dass der Pollenflug wieder einsetzt.

Immuntherapie: verträglich und wirksam

Mit der Hyposensibilierung – auch spezifische Immun­therapie (SIT) genannt – stünden Heuschnupfen-Geplagten eine sehr gut untersuchte und wirksame Therapie zur Verfügung, betont Morr.

Was dabei passiert? Zunächst spritzt der Arzt mehrmals einen Allergenextrakt in den Oberarm – er beginnt mit der niedrigsten Dosis und verabreicht schließlich die maximal tolerierte Höchstdosis. Danach bekommt der Allergiker drei Jahre lang – in größeren Zeitintervallen – jeweils diese Maximaldosis verabreicht.

„Damit ausreichend Zeit ist für die erste Behandlungs­phase, das heißt die Aufdosierung, sollte die klassische SIT am besten jetzt beginnen“, rät Morr. „So lassen sich bis zum Einsetzen des Pollenflugs zusätzlich gleich mehrere Maximaldosen des Allergenextrakts verab­reichen“. Das erhöhe schließlich die Chancen, schon während der ersten nachfolgenden Pollenflugsaison beschwerdefrei zu sein.

Ratsam bei starker Allergie 

Von der Immuntherapie profitieren vor allem Pollen­allergiker, die unter starken Beschwerden leiden. Also diejenigen, die nicht nur juckende Augen und Niesanfälle quälen, sondern auch Atemnot. Hier schaffen es die üblichen Medikamente wie Antihistaminika oder Kortison-Sprays oft nicht, die Beschwerden ausreichend zu lindern.

Im Gegensatz zur Immuntherapie: Sie verringere die Symptome deutlich und über viele Jahre hinweg, sagt Morr und verweist auf einen weiteren Vorteil: „Außerdem sinkt das Risiko, zusätzlich an Asthma bronchiale zu erkranken oder eine weitere Allergie zu entwickeln“.

Alternative Therapie ohne Spritzen

Wer sich vor Spritzen fürchtet oder aus beruflichen Gründen wenig Zeit für regelmäßige Arztbesuche hat, unterzieht sich am besten der so genannten sublingualen Immuntherapie (SLIT). Dabei träufeln sich Heuschnupfen-Geplagte selbstständig täglich oder jeden zweiten Tag eine Allergen-Lösung unter die Zunge.

„Aber auch Menschen über 60 Jahren mit einer Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie, die gesund und aktiv sind, können davon profitieren“, erklärt Morr.

Nicht geeignet ist diese Form der Immuntherapie hingegen bei Menschen, die an schwerem Asthma leiden oder an anderen chronischen Lungenerkrankungen. Auch bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Immunleiden eignet sich die sublinguale Therapie nicht.

Wann eine Therapie tabu ist

In manchen Fällen dürfen Ärzte eine Hyposensibilisierung gar nicht erst durchführen. So etwa bei Personen, die wegen Bluthochdruck Betablocker einnehmen oder mit einem Krebsleiden kämpfen. Auch während der Schwanger­schaft ist eine Hyposensibilierung nicht erlaubt.

Autoren

Dr. nat. med. Anke Kopacek | zuletzt geändert am 26.09.2011 um 10:32 Uhr
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