Mit Behandlungsangst umgehen

Angst vorm Zahnarzt bezwingen

Onoky Photography/veer
Nicht nur zum Zahnarzt gehen, wenn es wehtut. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen tun nicht weh und helfen, schlimmere Leiden zu verhindern.

Der Mund wird trocken, die Hände schwitzen, das Herz rast und man wünscht sich, dass alles schon vorbei wäre – vielen Menschen ergeht es so vor einem Zahnarztbesuch. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) gibt Tipps, wie man diese Angst bekämpft.

Zahnarzt-Angst weit verbreitet

Dem DGK zufolge empfindet etwa jeder Zweite eine emotionale Anspannung bei dem Gedanken an eine zahnmedizinische Behandlung. Zwölf Prozent der Erwachsenen haben stark ausgeprägte Ängste. Doch Zahnbehandlungsangst – auch Dental- oder Oralphobie genannt – kann man mit fachkundiger Hilfe besiegen.

Entscheidend ist der erste Schritt: Der Betroffene muss den Zahnarzt über seine Ängste informieren. Gut geschultes Praxispersonal bietet individuell angepasste Unterstützung an. Dem einen helfen entspannende Atemtechniken, autogenes Training oder beruhigende, meditative Musik. Der andere profitiert von einer einfühlsamen Aufklärung. Wieder andere sind dankbar für Pausen während der Behandlung. Für Kinder gibt es spielerische Methoden, die die Situation auflockern.

Professionelle Hilfe suchen

Wenn sich das unangenehme Kribbeln im Bauch und die allgemeine Furcht vor Bohrgeräuschen, typischen Praxisgerüchen und anderen Begleitumständen zu einer übergroßen Angst steigern, sollte der Betroffene sich professionell helfen lassen. Viele Landeszahnärztekammern veröffentlichen Listen von auf diesem Gebiet ausgebildeten Experten. Daneben gibt es einige Möglichkeiten, der Behandlungsangst während der Sitzung auf dem Zahnarztstuhl zu begegnen. Der Einsatz von Lachgas oder Hypnose zeigen gute Erfolge. Akupunktur hilft, Schmerzen zu verringern und einen möglichen Würgereiz auszuschalten.

Regelmäßige Zahnarztbesuche beugen Ängsten vor

Fachleute raten, den Ängsten mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen vom Kleinkindalter an vorzubeugen. Bei den ersten Kontakten lernen Kinder die Praxis und den Zahnarzt kennen. Sie gewöhnen sich an die Routineuntersuchungen, mit der sich Zahnschäden und zahnmedizinische Eingriffe vermeiden lassen.

Eine Zahnbehandlungsphobie ist eine offiziell anerkannte psychische Krankheit. Daher tragen die Krankenkassen die Kosten einer ärztlichen Behandlung, wenn der Arzt oder Psychotherapeut von der Krankenkasse zugelassen ist. Eine Phobie muss aber ein Fachmann diagnostizieren. Denn nicht jedes flaue Gefühl im Magen vor einem Arzttermin ist gleich eine Phobie.

Autoren

Sandra Göbel/DGK | zuletzt geändert am 03.06.2014 um 10:03 Uhr
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