EU-Zulassung für Daclatasvir

Neuer Wirkstoff gegen Hepatitis C

Katharina Bregulla/pixelio.de
Daclatasvir kann oral eingenommen werden. Das Spritzen von Interferonen entfällt.

Die EU-Kommission hat einen weiteren Wirkstoff gegen die Leberentzündung Hepatitis C zugelassen. Dieser soll die Behandlung bei einer chronischen virusbedingten Hepatitis-C-Infektion verkürzen und nebenwirkungsärmer gestalten.

Es drohen dauerhafte Leberschäden

Eine virusbedingte Leberentzündung droht chronisch zu verlaufen und die Leber dauerhaft zu schädigen. Eine frühe, virushemmende Behandlung mit antiviralen Medikamente ist deshalb oft entscheidend für die Prognose. Bisher waren Interferone, bestimmte virushemmende Eiweiße, das Mittel der Wahl. Diese mussten von den Patienten täglich bis wöchentlich unter die Haut gespritzt werden. Abhängig vom Typ des Virus wurden zusätzlich zu den Interferonen weitere virushemmende Medikamente eingesetzt. Die Therapiedauer passten die Ärzte dem Abfall der im Blut nachweisbaren Virusmenge an. Oft war die Behandlung langwierig und nebenwirkungsreich.

Neue Wirkstoffe verbessern die Behandlung

In den letzen Monaten haben neue Medikamente das Therapiespektrum und die Heilungsaussichten bei chronischer Hepatitis C deutlich verbessert. Wichtige neue Wirkstoffe sind Sofusbuvir sowie Simeprivir. Beide sind 2014 zugelassen worden. Jetzt folgt mit Daclatasvir ein weiterer Wirkstoff, der für die öffentliche Gesundheit von hohem Interesse ist. In Kombination mit Sofosbuvir ermöglicht Daclatasvir eine ausschließlich orale, Interferon-freie Therapie.

Zugelassen ist Daclatasvir zur Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Infektion mit Viren vom Typ 1, 2, 3 und 4 bei Erwachsenen und nur in Kombination mit anderen Medikamenten. Wirksamkeit und Verträglichkeit des neuen Mittels wurden in mehreren Studien überprüft, auch in Kombination mit Sofosbuvir. Laut einer Pressemeldung des Herstellers Bristol-Myers Squibb war je nach Genotyp des Virus bei bis zu 99 Prozent der Probanden nach zwölf Wochen kein Virus mehr nachweisbar, was als Heilung gilt. 

Autoren

Sandra Göbel/Deutsche Apotheker Zeitung | zuletzt geändert am 04.09.2014 um 13:49 Uhr
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