Gesundes Wintergemüse

Kohl: Besser als sein Ruf

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Wirsing enthält doppelt so viel Eiweiß, Phosphor und Eisen wie Rot- und Weißkohl.

Kohl ist das perfekte Wintergemüse. In der kalten Jahreszeit versorgt der Schlankmacher uns mit wichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen. Seine sekundären Pflanzenstoffe stärken das Immunsystem. Mit der richtigen Zubereitung ist auch der typische Kohlgeruch kein Problem.

Schon im Altertum beliebt

Vor über 2.000 Jahren schätzten bereits die Griechen und Römer die vielen positiven Eigenschaften des Kohls. Seitdem entwickelten sich durch gezielte Zucht aus dem Wildkohl, dem Urahnen aller Kohlsorten, die uns heute bekannten Varianten. Die Palette reicht von Rot-, Weiß-, Spitz- und Grünkohl, über Wirsing und Brokkoli bis hin zu Rosenkohl, Blumenkohl und Kohlrabi. In der Botanik zählen die verschiedenen Kohlarten zur Familie der Kreuzblütler. Das gilt auch für Verwandte des Kohls wie Radieschen, Senf und Raps. 
 
Carotinoide schützen vor Krebs

Kohlsorten punkten mit ihren vielfältigen und gesunden Inhaltsstoffen und sind dabei sehr kalorienarm. Sie versorgen uns mit Mineralstoffen wie Eisen, Kalzium und Magnesium. 100 Gramm Grünkohl liefern beispielsweise mehr Eisen als die gleiche Menge Schweinekotelett und fast genauso viel Kalzium wie ein Glas Milch. Außerdem enthält Kohl Kalium für ein starkes Herz und große Mengen der Vitamine A, B und C. Das B-Vitamin Folsäure brauchen wir beispielsweise für den Stoffwechsel unserer Zellen. Die Ballaststoffe im Kohlgemüse bringen die Verdauung ordentlich in Schwung.

Eine wichtige Rolle spielen die sekundären Pflanzenstoffe des Kohls. Sie schützen vor Infektionen durch Bakterien und Pilze und helfen bei Magenschleimhautentzündungen, Sodbrennen und Entzündungen der Speiseröhre. Besondere Eigenschaften besitzen die Carotinoide, die für die gelbe und rote Farbe des Kohls sorgen. Sie schützen uns als Antioxidanzien vor freien Radikalen, die Gewebe und Organe im Körper angreifen. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden aktiviert, das Herzinfarktrisiko sinkt. Außerdem schützt regelmäßiger Verzehr von Kohl Studien zufolge vor Magen- und Darmkrebs.

Essig gegen Kohlgeruch

Bio-Gemüse enthält weniger schädliches Nitrat als herkömmliches mit Stickstoff behandeltes Gemüse. Greifen Sie darum bei Wirsing und Grünkohl gezielt zu biologisch produzierter Ware. Kaufen Sie Kohl so frisch wie möglich, damit alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Achten Sie darauf, dass die Schnittstelle am Strunk nicht eingetrocknet ist. Die äußersten Blätter sollten weder welk noch braun verfärbt sein. Wählen Sie am besten unverpackte Kohlköpfe, denn Verpackungen fördern die Bildung von Schimmelpilzen. Friert man das Gemüse ein, bleiben die gesunden Inhaltsstoffe lange erhalten. Verwenden Sie Öl oder Butter bei der Zubereitung, dann nimmt der Körper die enthaltenen Vitamine leichter auf. Das Würzen mit Anis, Kümmel und Fenchel mindert Blähungen nach dem Essen.

Ein Nachteil des Kohls: Beim Kochen fängt er an zu stinken. Schuld ist der enthaltene Schwefel. Etwas Essig oder eine Walnuss im Kochwasser schaffen Abhilfe.

Autoren

Anne Jantos | zuletzt geändert am 22.12.2014 um 13:10 Uhr
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