So streichen Sie Dioxin vom Speiseplan

Gift in aller Munde

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Zum Frühstück ein Spiegelei – heiß und ohne Gift.

In so manchem Ei und Schnitzel versteckt sich Dioxin. Doch jeder kann sich vor diesem Gift schützen: mit einem Zettel, seinem Handy und einem vernünftigen Ernährungsplan. Auch nach dem Skandal ist das wichtig.

Dioxin, tödlicher als Rattengift

Dioxin ist kein bestimmtes Molekül, sondern ein Gemisch aus über 200 verschiedenen Stoffen. Einer dieser Stoffe ist sogar 500-mal giftiger als das Rattengift Strychnin. Allerdings macht auch beim Dioxin die Dosis das Gift: Eine tägliche Menge von einem Billionstel Gramm pro Kilo Körpergewicht gilt laut der Weltgesundheitsorganisation als ungefährlich. Regelmäßige, höhere Dosen erhöhen jedoch das Krebsrisiko.

Mit dem Handy in den Supermarkt

Das krebserregende Dioxin macht immer wieder Schlagzeilen – so auch aktuell. Eine Firma, die Fette für Futtermittel herstellt, verkaufte verunreinigte Produkte. Über die Futtermittel gelangte das Gift nun auf den Tisch. Vor allem Eier und Schweinefleisch sind betroffen. Zwar ist die Menge so gering, dass Dioxin-Eier nicht zu Vergiftungen führen, das Krebsrisiko könnten sie aber durchaus beeinflussen. Trotzdem muss jetzt niemand auf sein Frühstücksei verzichten, vor allem wenn er auf die Produktstempel achtet. So sollten Eier mit diesen Codes im Supermarkt lieber im Regal bleiben:

2-DE-0355461, 3-DE-0312141, 2-DE-0312142, 2-DE-0312151, 2-DE-0513912, 3-DE-0514411.

Wer sich diese Codes notiert, ist also auf der sicheren Seite. Natürlich ist nicht auszuschließen, dass weitere Eier negativ auffallen. Mobiltelefonhersteller bieten deshalb eine Software an, die mit einer ständig aktualisierten Code-Liste arbeitet. Ein einfaches Foto mit der Handykamera reicht aus, um das Ei zu prüfen. Stammt das Ei von einem Huhn, das mit Dioxin verseuchtem Futter gefüttert wurde, warnt das Handy den Verbraucher und schützt ihn so vor der momentanen Dioxin-Belastung.

Dioxin – auch ohne Skandal ein Skandal

Doch nicht nur aktuell stellt Dioxin eine Gefahr dar. Auch sonst lassen sich in Nahrungsmitteln Dioxin-Spuren nachweisen. Zwar stellt das Gift keiner gezielt her, aber als Nebenprodukt fällt es überall an: im Straßenverkehr, bei der Müllverbrennung, in der Kläranlage, in der Metallindustrie und sogar bei Waldbränden. Dabei gelangt das Gift in Böden, Flüsse und Meere, und von dort in die Nahrungskette. Milch und Eier enthalten immer Spuren von Dioxin. Fisch aus Nord- und Ostsee gelten als besonders belastet. Gemüse und Obst reichern dagegen kein Dioxin an – mit Ausnahmen wie die Zucchini.

Wer aber nicht jeden Tag Nordseefisch oder fünf „normal“ belastete Eier isst, nimmt keine gefährliche Dioxin-Menge auf – bedenklich bleibt sie dennoch. Deshalb wollen Umweltbehörden die Belastung in Böden und Gewässern weiter reduzieren – damit auf dem Speiseplan der Zukunft weniger Gift steht.

Autoren

Julia Ehmer | zuletzt geändert am 15.01.2011 um 18:22 Uhr
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