Das kleine Schokoladenlexikon

Von Akne bis Zucker

Lucky Dragon/ Fotolia
Wenn es nicht gerade drei Häschen sind, kann Schokolade durchaus gesund sein.

So unschuldig wie das Schokohäschen lächelt, muss es doch gesund sein. Oder etwa nicht? Schlagzeilen macht die Schokolade auf jeden Fall immer wieder. Ein guter Grund, sie genauer unter die Lupe zu nehmen – von A bis Z.

A wie Akne – „von Schokolade kriegst du Pickel, mein Kind“. Auch wenn Omas eigentlich immer Recht haben, bei diesem Ratschlag irren sie. Bisher hat keine Studie bewiesen, dass übermäßiger Schokoladengenuss Akne verursacht.
B wie Blutdruck – dunkle Schokolade hat einen hohen Kakaoanteil und beugt Bluthochdruck vor. Die Inhaltsstoffe blockieren ACE – ein Eiweiß, das den Blutdruck erhöht.
C wie Cadmium – Kakaobohnen reichern Cadmium an, ein Schwermetall aus dem Boden. Auch in Schokolade lässt sich Cadmium nachweisen. Darauf machte 2005 die Zeitschrift Ökotest aufmerksam. Wer aber nicht jeden Tag einen Schokohasen verdrückt, braucht sich keine Sorgen zu machen.
D wie Diabetes – viele Studien haben gezeigt: Liebhaber dunkler Schokolade reagieren sensibler auf Insulin­schwankungen. Das senkt vermutlich ihr Diabetes-Risiko.
E wie EU-Richtlinie – Rinderblut in Schokolade? Definitiv ein Gerücht. Die EU-Richtlinie 2000/36/EG schreibt vor, welche Stoffe in die Schokolade dürfen. Blut gehört natürlich nicht dazu.
F wie Flavonoide – das Zauberwort, wenn es um Schokolade geht. Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe und für die positiven Effekte von Schokolade verantwortlich.
G wie Glück – Schokolade macht wirklich glücklich. Das liegt aber nicht an ihren Inhaltstoffen. Nur auf den Geschmack kommt es an: Was schmeckt, macht glücklich. Ein Schweinebraten kann also genau so glücklich machen wie ein Stück Schokolade.
H wie Herz – die Schokolade tut auch dem Herz gut. Viele Studien haben gezeigt: Dunkle Schokolade schützt vor der koronaren Herzkrankheit und damit auch vor einem Herzinfarkt.
I wie Igitt – tatsächlich, es gibt sie wirklich: die Schokoladenhasser. Aber keine Panik, gesunde Flavonoide sind auch in grünem Tee oder Olivenöl zu finden.
J wie Joule – eine Tafel Vollmichschokolade enthält über zwei Millionen Joule. Um so viel Energie zu verbrennen, muss die Joggingrunde durch den Park fast eine Stunde dauern.
K wie Kilokalorien – für alle Kalorienzähler: In einer Tafel Schokolade stecken um die 500 Kilokalorien. Somit decken vier Tafeln bereits den täglichen Kalorienbedarf einer Frau.
L wie letale Dosis – für einen Hund, der zehn Kilogramm wiegt, sind zwei Tafeln Zartbitterschokolade ein süßes, aber tödliches Gift. Schuld ist das Theobromin. Hunde können dieses Alkaloid nur sehr langsam abbauen. Bereits drei Gramm davon sind für einen kleinen Hund tödlich.
M wie Milch – Milch kann die Wirkung der Flavonoide neutralisieren. Wer Kakao mit Milch trinkt oder ein Stückchen Milchschokolade genießt, kann die vielen Kalorien also nicht mit den gesunden Nebeneffekten entschuldigen.
N wie Niederlande – „chocolade naar Duitsland“: Ein Holländer war es, der die Deutschen im 17. Jahrhundert das erste Mal Schokolade kosten ließ.
O wie Ochratoxin A – neben dem Schwermetall Cadmium lässt sich auch das Schimmelgift Ochratoxin A in Schokolade nachweisen. Wer Schokolade in Maßen genießt, muss sich aber weder um Schimmelgift noch um Schwermetall sorgen.
P wie Präeklampsie – dunkle Schokolade kann auch Schwangeren helfen. Sie senkt das Risiko, während der Schwangerschaft an Präeklampsie zu erkranken. Symptome sind Bluthochdruck, Ödeme und Schwindel.
Q wie Quatsch – leider entfernen einige Hersteller die bitteren Flavonoide aus ihrer Schokolade. Kennzeichnen müssen sie das nicht. Nicht jede Zartbitterschokolade ist daher gesund.
S wie Schweiz – in Sachen Schokolade ist die Schweiz Weltmeister. Pro Jahr verzehrt ein Schweizer im Schnitt fast 12 kg Schokolade. Die Deutschen kommen immerhin auf 11,4 Kilo.
R wie Rezept – wer Schokolade selbst herstellen möchte, braucht Kakaobohnen, Kakaobutter, Zucker und viel Geduld: Die Bohnen zunächst in der Pfanne rösten. Dann die Schale abziehen und die Kerne im Mörser fein zermahlen. Diese Masse mit der Butter und dem Zucker unter ständigem Rühren erwärmen und in Förmchen füllen. Abkühlen lassen und fertig ist die hausgemachte Schokolade.
T wie Theobroma cacao – der lateinische Name des Kakaobaums. Auch er gehört in diese Liste: Ohne ihn gäbe es keine Schokolade.
U wie unschuldiger Schokohase – übrigens gibt es mittlerweile auch Hasen aus Zartbitterschokolade. Diese enthalten die meisten Flavinoide – vorausgesetzt die Hersteller haben sie nicht entfernt.
V wie Verführung – Schokolade, ein Betthupferl, das die Lust steigert? Na dann, gute Nacht. Die Inhaltstoffe der Schokolade taugen nicht als Aphrodisiakum. Der Geschmack dagegen schon, weil er viele auf Wolke sieben schweben lässt.
W wie weiß – weiße Schokolade enthält übrigens kein Kakaopulver. Flavonoide sind folglich Mangelware.
X wie „Xocóatl“ – so hieß das erste kakaohaltige Getränk. Spanier machten daraus „chocolate“. Und wir Deutschen “Schokolade“.
Y wie Y-Chromosom – ein Mann zu sein, hat im Fall von Schokolade einen Vorteil: Er nascht weniger. Frauen sind die größeren Naschkatzen. Studien zufolge sind ihre Gelüste auf Schokolade größer – vor allem zu Beginn der Periode.
Z wie Zucker – Schokolade ist gut für das Herz, senkt Bluthochdruck und das Diabetes-Risiko. Leider steckt Schokolade aber auch voller Zucker und Fett. Nicht unbedingt Freunde einer schlanken Figur. Überschüssige Pfunde wiederum erhöhen das Risiko, an Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken.

Wichtig für die Zukunft ist deshalb, dass Forscher heraus finden, wie viel Schokolade gut ist und ab wann sie eher schadet. Bei dieser Entscheidung würde es helfen, wenn Hersteller kennzeichnen, wie viel Flavonoide ihre Schokolade enthält.

Autoren

Julia Ehmer | zuletzt geändert am 18.04.2011 um 13:44 Uhr
Vorheriger Artikel

Eier natürlich färben: