Eine „Extraportion“ kann sich lohnen

Warum wir Zink brauchen

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Eine ausgewogene Ernährung beugt Zinkmangel vor.

Manche Menschen leiden unter Depressionen, andere unter Haarausfall und wieder andere sind ständig erkältet. Was sie gemeinsam haben könnten? Zinkmangel.

Was bringt Zink?

Unser Körper benötigt Zink für zahlreiche Stoffwechselprozesse. Mit dem Mineralstoff verwertet er Eiweiße und Vitamin A. Außerdem ist Zink an der Zellteilung beteiligt, stärkt das Abwehrsystem und hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Auch bei der Produktion von Spermien spielt Zink eine wichtige Rolle.

Zehn Milligramm Zink täglich

Normalerweise benötigen Erwachsene circa 10 Milligramm Zink pro Tag. Der Mineralstoff steckt in vielen unseren Nahrungsmitteln – besonders in Innereien, Fleisch, Fisch und Eiern. Geringe Mengen finden sich in Haferflocken, Hülsenfrüchten und Sonnenblumenkernen.

Innereien und Fleisch enthalten gleichzeitig viel Eisen, das die Aufnahme von Zink behindert. Auch die in Getreide, Gemüse und Obst enthaltene Phytinsäure macht Zink im Körper unwirksam. Besonders gefährdet für Zinkmangel sind deshalb Vegetarier und Veganer, da sie einerseits viele zinkhaltige Nahrungsmittel meiden und sich andererseits vor allem mit phytinsäurehaltigen Lebensmitteln ernähren. Menschen, die viel Fastfood essen oder häufig Alkohol trinken, Schwangere und stillende Frauen sowie Extremsportler haben einen erhöhten Zinkbedarf.

Zinkmangel ist schwer zu erkennen

Bekommt der Körper zu wenig Zink, wird das Immunsystem geschwächt. Wunden brauchen lange, um zu heilen. Die Haare fallen aus, die Nägel werden brüchig und weißfleckig. Viele Betroffene klagen über einen gestörten Geruchs- und Geschmackssinn. Studien weisen darauf hin, dass ein Zinkmangel Depressionen begünstigt. Leiden Kinder an Zinkmangel, drohen Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen.

Das Problem: Ein Zinkmangel lässt sich nur schwer mit Bluttests nachweisen. Denn der Körper speichert 95 Prozent davon in den Organen und nur 5 Prozent im Blut. Deshalb kann der Wert im Blut zwar normal sein, in den Organen aber schon ein Zinkmangel vorliegen.

Bei Mangel nachhelfen

Wird der Zinkbedarf über die Nahrung nicht gedeckt, kann sich eine „Extraportion“ Zink lohnen. Hierzu stehen Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke zur Verfügung. Ihr Apotheker berät Sie gerne. Eine Überdosierung ist sehr selten. Der Körper scheidet Zink aus, wenn er es nicht benötigt. Bei einer dauerhaften Einnahme von mehr als 150 Milligramm pro Tag, drohen jedoch Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und Bauchschmerzen.

Autoren

Sandra Göbel | zuletzt geändert am 25.01.2018 um 16:37 Uhr
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