Mit Wickeln gegen Fieber und Co

Bei Erkältungen gut gewickelt

Wadenwickel kennen die meisten nur aus ihrer Kindheit. Aber auch bei Erwachsenen senken Wickel Fieber, lösen Husten oder lindern Halsschmerzen. Wie Wickel in der Erkältungszeit funktionieren und was zu beachten ist.

Wadenwickel-Einmaleins

Wenn das Fieber nicht sinkt, muss es nicht gleich ein Zäpfchen oder eine Tablette sein. Auch ein nasses Baumwolltuch hilft: einfach ein Geschirrtuch in lauwarmes Wasser tauchen, auswringen, in Längsrichtung falten und für 15 Minuten straff um die Waden wickeln. Jetzt gibt der Körper Wärme an das Tuch ab, das Fieber sinkt. Vorsicht aber bei zu kaltem Wasser: Ist das Wasser kälter als 30 Grad Celsius, verengen sich die Gefäße – die Wadenwickel bleiben wirkungslos. Bei Schüttelfrost sind Wadenwickel sogar gefährlich, da sie den Kreislauf zusätzlich belasten. Erst wenn das Fieber nicht mehr steigt, unterstützen die Wickel den Körper dabei, das Fieber zu senken.

Quarktuch statt Halstuch

Wen nicht Fieber, sondern Halzschmerzen plagen, der findet Hilfe im eigenen Kühlschrank: Quark. Ein mit Quark eingestrichenes Geschirrtuch wird zu einem Halstuch gefaltet und mehrere Stunden um den Hals getragen. Schmerzen und Entzündungen nehmen ab. Wie bei allen Wickeln sorgt ein Handtuch über dem Wickel dafür, dass er länger kühl bleibt und länger wirkt.

Zwiebeln für die Ohren

Ein weiterer kalter Wickel ist der Zwiebelwickel: einfach Zwiebeln fein hacken, in ein Geschirrtuch schlagen, das Tuch klein falten und aufs Ohr legen. Fixiert mit einem Schal oder einer Mullbinde hält der Wickel auch über Nacht. Vor allem bei Mittelohrentzündungen berichten Patienten, dass der Zwiebelwickel lästige Schmerzen im Ohr lindert. Eine Wärmflasche auf dem Zwiebelwickel soll die Wirkung sogar noch verstärken.

Kartoffeln für die Bronchien

Ein richtig heißer Wickel ist der Kartoffelwickel. Kartoffeln speichern Wärme stundenlang. Das weiß jeder, der sich schon einmal die Zunge an einer Pellkartoffel verbrannt hat. Wenn die Kartoffel nicht mehr ganz so heiß ist, fördert ihre langanhaltende Wärme die Durchblutung. So lösen warme Kartoffeln auf der Brust zähen Schleim, der in den Bronchien festsitzt. Das Rezept für den natürlichen Hustenlöser: Kartoffeln kochen und in einem großen Tuch zerstampfen. Anschließend den Kartoffelschlauch um die Brust wickeln. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wickel nicht zu heiß ist.

Egal ob warm oder kalt, mit einem Baumwolltuch, Zwiebeln, Quark und Kartoffeln sind Sie auf jeden Fall gut gerüstet für die Erkältungszeit.

Autoren

Julia Ehmer | zuletzt geändert am 11.01.2012 um 10:31 Uhr
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