Weniger Lärm ist mehr Leistung

Lärmschutz im Job

Corbis Photography/veer
Vor allem in Großraumbüros herrscht stets Unruhe. Konzentriertes Arbeiten fällt dann schwer.

Beim Stichwort Lärm denken die meisten von uns zunächst an hämmernde Schlagbohrer auf Baustellen oder durchstartende Flugzeuge. Doch auch innerhalb von Gebäuden, beispielweise in Großraumbüros, ist der Lärmpegel hoch. Die Siemens Betriebskrankenkasse SBK gibt Tipps, wie man sich im Job vor Lärm schützt.

Lärm im Büro macht krank

Der Drucker läuft, zwei Kollegen unterhalten sich über drei Tische hinweg und in der Ferne rattert der Kaffeevollautomat – alltägliche Geräusche in Büros. Wenn sie stören, spricht man von Lärm. Als besonders unangenehm gelten die Telefonate von Kollegen. Der Grund: Sprache enthält Informationen, unser Ohr hört also automatisch zu. Was Menschen als Lärmbelästigung empfinden und was nicht, unterliegt der subjektiven Empfindung.

Wer ständigem Lärm ausgesetzt ist, der wird krank. Allerdings ist bei Bürolärm keine dauerhafte Hörschädigung zu befürchten. Vielmehr ist der Körper durch die Geräusche im Büro in ständiger „Alarmbereitschaft“: Der Puls, der Blutdruck und die Adrenalinmenge im Körper steigen an. Ist das ein dauerhafter Zustand, ist der Körper überfordert und gestresst. Wer auch abends nicht die nötige Ruhe findet und schlecht schläft, der läuft Gefahr, in einen chronischen Erschöpfungszustand zu geraten. 

Was tun gegen den ständigen Lärm?

Angestellte in Großraumbüros müssen sich ihrem Schicksal nicht ergeben. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten, um die Arbeitsatmosphäre ruhiger zu gestalten: Wer private Gespräche führen möchte, der sollte das Büro verlassen. Das Handy am besten lautlos stellen. Denn von etwas gegenseitiger Rücksichtnahme profitieren alle. Oft hilft ein klärendes Gespräch mit dem Kollegen, der immer so laut telefoniert.

Viel hängt am Arbeitgeber

Die hauptsächliche Verantwortung liegt aber beim Arbeitgeber. Er ist dafür verantwortlich, dass die Mitarbeiter nicht unter Lärm leiden. So sollte es Besprechungsräume geben, in denen Meetings stattfinden können. Kollegen mit ähnlichem Aufgabengebiet sitzen am besten zusammen. Außerdem ist es für Großraumbüros wichtig, dass Decken und Böden schallgedämmt sind. Zudem senken Trennwände oder Raumteiler den Lärm. Schließlich sollte zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen genügend Raum vorhanden sein, um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten.

In vielen größeren Firmen hat man das Lärm-Problem bereits erkannt: Dort gibt es Räume, in die sich Mitarbeiter für einige Stunden zum konzentrierten und ungestörten Arbeiten zurückziehen können. Manchmal benötigt der Arbeitgeber erst einen Hinweis, um etwas gegen die Lärmbelastung zu unternehmen. Mitarbeiter der Führungsebene sind sich häufig nicht über den Lärm bewusst, denn gerade die Chefbüros befinden sich häufig an ruhigeren Plätzchen. Arbeitnehmer sollten sich in diesen Fällen nicht scheuen, eine freundliche Anregung zu geben. Denn schließlich profitiert auch der Arbeitgeber von gesünderen und leistungsfähigeren Mitarbeitern.

Autoren

Sandra Göbel/SBK | zuletzt geändert am 30.04.2014 um 17:12 Uhr
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