Erste Hilfe bei Verbrennungen

Heiße Gefahren für Kinder

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Kinder sollten von ihren Eltern an den richtigen Umgang mit Verbrennungsquellen sorgfältig herangeführt werden.

Zur Adventszeit ist die Verbrennungsgefahr für Kinder besonders hoch. Wie man Verbrennungen vorbeugt und was im akuten Fall zu tun ist.

Kinderhaut ist dünner als die Haut von Erwachsenen und damit anfälliger für Verbrennungen und Verbrühungen. Schon ab Temperaturen von 52 °C kann die zarte Kinderhaut geschädigt werden – das entspricht in etwa der Gradzahl eines Glühweins oder Tees.

Kindern Gefahren erklären

Die möglichen Folgen sind Schmerzen, jahrelange Behandlungen und sichtbare Narben. Besonders gefährdet ist die Altersgruppe unter 5 Jahren, denn Kleinkinder können die Gefahr durch Feuer oder heiße Gegenstände noch nicht einschätzen. Hier sind die Eltern gefordert: Sie sollten die Bedrohungen im häuslichen Umfeld kennen und den Kindern erklären, was "heiß" bedeutet, raten die Experten von Paulinchen. Verbrennungsquellen sollten für Kinder unerreichbar sein.

Im Zweifel zum Arzt

Und wenn es trotz aller Vorsicht zu einer Verbrennung kommt? Bei allen größeren Verbrennungen sollte man den Haus- oder Notarzt rufen oder ins nächstgelegene Krankenhaus fahren. In einigen Städten gibt es spezielle Verbrennungszentren. „Sind bei Kindern etwa zehn Prozent der Körperoberfläche verbrannt, kann sie dies bereits in Lebensgefahr bringen“, warnt Joachim Suß, Leiter der Kinderchirurgie am Hamburger Wilhelmsstift.

Sofortmaßnahmen bei Verbrennungen

Bis der Notarzt eintrifft oder das Krankenhaus erreicht ist, sind die richtigen Sofort-Maßnahmen wichtig. Die verbrannte Stelle muss für etwa 10 Minuten gekühlt werden. Das lindert die Schmerzen. Außerdem erreicht man, dass auch in tieferen Gewebeschichten der Wunde die Temperatur sinkt. „Dafür aber kein eiskaltes, sondern etwa 15 °C warmes Wasser benutzen“, rät Suß. Nimmt man zu kaltes Wasser, ziehen sich die Gefäße an der verletzten Stelle zusammen und durchbluten die Haut nicht mehr. Das schadet der Wunde zusätzlich. Cool-Packs oder Eis sind deshalb zum Kühlen ungeeignet. Der Arzt empfiehlt stattdessen, feuchte Handtücher auf die verbrannte Haut zu legen. „Aber auch hier nicht übertreiben – Kinder kühlen viel schneller aus als Erwachsene“, weiß der Kinderchirurg. Um einer Unterkühlung vorzubeugen, sollte die Kühlzeit maximal 15 Minuten betragen.

Kleine Verletzungen heilen von selbst

In vielen Fällen verletzen sich Kinder im Haushalt nur kleinflächig und leicht. Die Haut ist dann lokal gerötet, wirft aber keine Blasen. Solche oberflächlichen Verletzungen verheilen normalerweise innerhalb von drei bis zehn Tagen ohne ärztliche Hilfe. Eine Brandsalbe oder Wundheilsalbe unterstützt die Heilung. Auch hier hilft im Akutfall schnelles Kühlen. Schmerzt die betroffene Stelle, obwohl sie gekühlt wird, lindern Zäpfchen, zum Beispiel mit Paracetamol, die Beschwerden der kleinen Patienten.

Verbrennungsunfällen durch Information und Aufklärung entgegenzuwirken ist Ziel von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder. Zu diesem Zweck steht der 7. Dezember 2017 unter dem Motto „Tag des brandverletzten Kindes – Heiße Gefahren für Kinder!“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie

Autoren

Sandra Göbel | zuletzt geändert am 06.12.2016 um 09:34 Uhr
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