Über die Hälfte mangelhaft

Billig-Kindersitze im Test

Fancy Photography/Veer
Der Gesetzgeber schreibt vor: Kinder bis zu einer Körpergröße von 150 cm müssen im Auto durch einen Sitz gesichert sein.

Wer günstige Kindersitze sucht, findet diese massenhaft und gut beworben im Internet. Ob Sitze unter 70 Euro tatsächlich sicher sind, haben ADAC und Stiftung Warentest bei zehn in Deutschland erhältlichen Modellen im Rahmen einer Stichprobe getestet. Das Ergebnis: Sechs der zehn überprüften Produkte erhalten das ADAC-Urteil „mangelhaft“.

Sechs Sitze fallen durch

Gestestet wurden in dieser Stichprobe zehn verschiedene Kindersitze aus allen Gewichtsklassen in den Kriterien Sicherheit, Bedienung und Ergonomie, Schadstoffgehalt sowie Reinigung und Verarbeitung. Der Frontcrash wird im ADAC-Test mit 64 km/h, der Seitenaufprall mit 50 km/h simuliert. 2005 hatte der Club zuletzt günstige Kindersitze überprüft. Das Ergebnis der diesjährigen Stichprobenüberprüfung von ADAC und Stiftung Warentest im Einzelnen:

  • Babyschale Nania Beone SP: „Gut“
  • Sitz Nania Safety Paris SP: „Mangelhaft“
  • Nania Racer SP: „Befriedigend“
  • Fisher Price FP3000: „Befriedigend“
  • Tiggo Bebehut: „Mangelhaft“
  • United-Kids Alpha Deluxe: „Mangelhaft“
  • United-Kids Kid Komfort: „Mangelhaft“
  • United-Kids Kidstar: „Mangelhaft“
  • Fisher Price FP4000: „Befriedigenden“
  • Nania Starter SP: „Mangelhaft“

Bei drei Sitzen sind die Rückenlehnen beim Crashtest regelrecht gerissen, Gurte aus der Haltung gebrochen oder die Schadstoffbelastung war sehr hoch. Generell waren die Schadstoffwerte höher als in den Tests der Vorjahre.

Augen auf beim Kindersitzkauf

Der ADAC rät zur Vorsicht bei Sitzen im unteren Preissegment von wenig bekannten Marken, die ohne Beratung im Internet angeboten werden. Eltern sollten Verbraucherschutztests zurate ziehen, um günstige und gleichzeitig auch sichere Modelle zu finden. Weil Sitze, die in der Vergangenheit als „mangelhaft“ bewertet wurden, inzwischen unter neuem Namen auftauchen, sollten Eltern Angaben im Versandhandel hinterfragen und nur als empfehlenswert getestete Produkte nutzen. Auch diese können durchaus preiswert sein. Oft ist beispielsweise ein Vorgängermodell der qualitativ hochwertigeren Produkte eine preisgünstige und gute Alternative.

Autoren

Sandra Göbel/ADAC | zuletzt geändert am 23.10.2014 um 13:45 Uhr
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