Zeit für die Beine

Venenleiden langfristig vorbeugen

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Wer lange sitzt, kann im Sitzen kleine Bewegungsübungen der Beine durchführen.

Fast jeder kennt das Phänomen: Man hat den ganzen Tag gestanden oder gesessen und kommt abends mit schweren Beinen nach Hause. Wer jeden Abend dicke Beine hat oder sichtbare Krampfadern aufweist, könnte ein ernsthaftes Venenleiden haben. Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK gibt Tipps, wie man die Krankheit erkennt und ihr vorbeugt.

Muskeln als Helferlein

Unsere Venen leisten jeden Tag Schwerstarbeit: Sie transportieren das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen. Vor allem die Beinvenen sind dabei gefordert, denn sie pumpen gegen die Schwerkraft. Unterstützung erhalten sie von der Muskelpumpe. Beim Anspannen und Entspannen drückt die Beinmuskulatur die Venen zusammen und erleichtert dadurch den Bluttransport.

Beim langen Sitzen und Stehen benutzt man seine Beinmuskulatur jedoch kaum. Dadurch kommt die Muskelpumpe nicht ausreichend zu tragen. Die Folge: Das Blut sackt Richtung Knöchel und staut sich dort. Flüssigkeit aus dem Blut sammelt sich im Gewebe an. Hat man die Schuhe ausgezogen, fühlt man, wie stark Füße und auch oft die Knöchel angeschwollen sind. Jetzt gibt es kaum etwas Schöneres, als sich auf das Sofa zu setzen und die Beine hochzulegen. Beim Hochlagern kann das Blut besser zurück zum Herzen fließen. Wer ständig abends dicke Beine hat oder sichtbare Besenreiser, sollte sich den Rat eines Arztes einholen.

Lieber Laufen und Liegen

Um einem Venenleiden vorzubeugen, ist das Wichtigste regelmäßige Bewegung. Leichter Ausdauersport ist besonders zu empfehlen, da er die Beinmuskulatur stärkt. Auch im Alltag können Sie viel für Ihre Venen tun. „So kann man beispielweise am Bürotisch sitzend jedes Bein im Wechsel ausstrecken, den Fuß im Sprunggelenk anziehen und wieder strecken. Eine andere Übung: Im Sitzen beide Beine auf die Zehenspitzen stellen und wieder zügig aktiv auf den Boden absetzen. Beide Übungen können mehrfach täglich zehn- bis zwanzigmal wiederholt werden“, rät Dr. Daniel Bott, Sportwissenschaftler bei der SBK.

Eine hilfreiche Faustregel ist die „3L-3S-Regel“: Lieber Laufen und Liegen statt Sitzen und Stehen. Steigen Sie zum Beispiel Treppen statt den Lift zu nehmen. Auch Wechselduschen regen den Blutfluss an. Außerdem sollte Sie möglichst auf Nikotin und Alkohol verzichten, denn diese Stoffe sind Gift für die Gefäße.

Autoren

Sandra Göbel/SBK | zuletzt geändert am 28.04.2014 um 12:59 Uhr
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