Schwindel gezielt therapieren

Wenn sich alles dreht

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Schwindelattacken treten oft zusammen mit Kopfschmerzen und Übelkeit auf.

Jeder dritte Mensch leidet im Verlauf seines Lebens einmal unter Schwindel. Nach Rücken- und Kopfschmerzen ist er das dritthäufigste Symptom in der ärztlichen Praxis. Gezielte Behandlungen sind erfolgsversprechend, wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) meldet.

Diagnose entscheidend

Schwindel ist eine Gleichgewichtsstörung, bei der ein Betroffener meint, sein Körper oder die Umgebung bewege sich. Häufig tritt er mit Übelkeit und Erbrechen auf. Schwindel kann unterschiedliche Ursachen haben. „Um die Beschwerden wirksam behandeln zu können, ist eine Untersuchung durch einen erfahren Neurologen oder HNO-Arzt erforderlich, der zunächst die Art des Schwindels, die Dauer und möglichen Auslöser oder Verstärker erfragt“, berichtet Michael Strupp von der DGN. Diese Kriterien geben erste Hinweise auf die Ursache. Manche erleben Schwindel als Drehen oder Schwanken. Er kann als kurze Attacke auftreten oder als Dauerschwindel. Auslöser sind oft eine Bewegung des Kopfes. Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Hörstörungen oder Doppelbilder sind keine Seltenheit.

Kristalle im Innenohr

Der so genannte benigne periphere Lagerungsschwindel ist die häufigste Form des Schwindels. Er entsteht, wenn sich kleine Kristalle in einem der Bogengänge des Innenohrs ablagern. „Betroffene leiden unter kurzen Drehschwindelattacken und Übelkeit. Ausgelöst werden diese Symptome typischerweise durch Kopf- oder Körperlageänderungen, wie etwa Umdrehen im Bett“, erklärt Strupp. Allerdings kann man mit einer gezielten Bewegung des Kopfes und des Körpers den Kristall aus dem Bogengang entfernen. „Bei anderen Schwindelformen, wie der Menière-Krankheit, hilft oft eine medikamentöse Therapie“, schildert der Nervenarzt. Die Menière-Krankheit geht häufig mit Ohrgeräuschen und Hörproblemen einher.

Lebensqualität leidet

Schwindel beeinträchtigt die Lebensqualität. Vor allem langdauernder Schwindel, dessen Ursache unbekannt bleibt, belastet die Betroffenen. Hier hilft meistens eine so genannte multimodale Therapie. Diese berücksichtigt neben den körperlichen Aspekten auch die psychischen. „Bei der Behandlung erzielen ein Schwindeltraining sowie Entspannungsübungen und das Erlernen von Bewältigungsstrategien gute Erfolge“, berichtet Strupp.

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Isabelle Hübler/DGN | zuletzt geändert am 04.06.2014 um 14:58 Uhr
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