Fitness für jedermann?

Online-Sportstudios

Alloy Photography/Veer
Sport zu Hause eignet sich vor allem für Fortgeschrittene.

Schlechtes Wetter oder Zeitmangel sind beliebte Gründe, auf der Couch zu entspannen statt Sport zu treiben. Dabei gibt es schon längst die Möglichkeit, das Fitnessstudio in die eigenen vier Wände zu holen – via Internet. Nach Online-Shoppen und Online-Banking hat sich inzwischen auch Online-Fitness etabliert. Für wen sich das Training eignet, erläutert Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der Barmer GEK.

Breite Angebotspalette

Mehr Sport treiben steht auf der Liste der guten Vorsätze ganz weit oben. Und dank der zahlreichen Online-Fitnessangebote haben Ausreden wie schlechtes Wetter oder keine Zeit ausgedient. Ob Rückenkräftigung, Yoga oder Schwangerschaftsgymnastik – Sportwillige können sich mithilfe der Video- und Fotoanleitungen zu Hause fit halten. „Wer nur zehn Minuten täglich investiert, der wird sich schnell verbessern und wohler fühlen. So kann man auch leicht seine guten Vorsätze durchhalten“, weiß Möhlendick.

Selbst finanzielle Gründe müssen keine Rolle spielen, denn es finden sich im Internet auch kostenlose Angebote. Wichtiger als das Geld ist allerdings die Qualität. Und damit ist neben der Ton- und Bildqualität der Videos vor allem die Qualifikation der Trainer gemeint. „Die größten Anbieter der Online-Fitnessstudios in Deutschland arbeiten alle mit ausgebildeten Trainern, Sportwissenschaftlern oder Sportmedizinern, die in den Videos Anleitungen geben“, erläutert Klaus Möhlendick.

Übungen richtig machen

Welcher Anbieter letztendlich das Rennen macht, ist Geschmackssache. Jedes Portal deckt andere sportliche Bereiche ab: von Cardio-Training, Bauch-Beine-Po, Pilates, Yoga bis hin zu Kampfsporteinheiten. Allerdings eignet sich der Sport vor dem PC oder Laptop nur für Menschen mit Vorerfahrungen bei Fitnessübungen. „Wer lange nicht trainiert hat oder noch nie viel Sport gemacht hat, der sollte lieber eine Zeitlang unter fachkundiger Aufsicht trainieren, beispielsweise in einem Fitnessstudio vor Ort“, rät Möhlendick. Denn wer die Übungen nicht richtig ausführt, wird die gewünschten Effekte nicht erreichen. Im schlimmsten Fall riskiert er Verletzungen oder Haltungsschäden.

Täglich zehn Minuten trainieren

Bei vielen kostenpflichtigen Anbietern ist es möglich, das Angebot sieben Tage unverbindlich zu testen. Erst dann sollte die Entscheidung für ein Abo fallen. Einzelne Anbieter locken mit einer zusätzlichen Ernährungsberatung, die beim Abnehmen oder Muskelaufbau unterstützt. „Für Menschen mit gesundheitlichen Problemen ist diese Art der Beratung aber nicht geeignet. Sie sollten sich lieber an einen Arzt oder eine individuelle Ernährungsberatung wenden“, rät Möhlendick.

Autoren

Sandra Göbel/Barmer GEK | zuletzt geändert am 16.12.2014 um 12:31 Uhr
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