Schmerzlose Alternative

Elastografie statt Leberpunktion

Alloy Photografy/Veer
Elastografie als schmerzfreie Untersuchungsmethode.

Patienten mit Leberentzündung oder Fettleber dürfen aufatmen: Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin stellt eine innovative Ultraschalldiagnostik vor, die blutige Leberpunktionen ersetzen könnte. Die Methode ist nicht nur angenehmer, sie verfügt auch über eine größere Aussagekraft.

Die Leberpunktion als Goldstandard in der Leberdiagnostik

Bei einer Fettleber oder Leberentzündung (Hepatitis) verwandelt sich das weiche, funktionstüchtige Lebergewebe in hartes Bindegewebe. Regelmäßig vergewissert sich der Arzt, wie weit die Umwandlung fortgeschritten ist, indem er durch die Bauchdecke Gewebeproben mit einer Hohlnadel entnimmt.  Anhand der Ergebnisse beurteilt er das Krankheitsstadium und wählt die passende Therapie.  In Einzelfällen verursacht der Eingriff Verletzungen der Gallenblase und lebensbedrohliche Blutungen.

Diagnose ohne Blutvergießen – die Elastografie

Seit kurzem gibt es eine sanfte Alternative zur Punktion: die Elastografie. Dabei sendet der Arzt Ultraschallwellen durch die Leber. Da sich die Wellen im harten Bindegewebe schneller ausbreiten als im weichen Lebergewebe, vermittelt die Methode ein verlässliches Bild von der Beschaffenheit der Leber. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten und ist im Gegensatz zur Leberpunktion schmerzlos. Mit dem verwendeten Ultraschallkopf lassen sich auch andere Untersuchungen durchführen.

Elastografie als Diagnosemethode der Zukunft

Zahlreiche Studien belegen „dass die Ultraschall-Elastografie den Krankheitsverlauf ebenso gut beurteilen kann, wie eine Gewebeuntersuchung“ berichtet Professor Dr. med. Mireen Friedrich-Rust, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie. Zusätzlich betont sie, dass die Elastografie einen 100-fach größeren Leberabschnitt erfasst als die Leberpunktion und damit repräsentativere Ergebnisse liefert. Auch habe die Methode bereits Einzug in die europäischen Leitlinien gefunden. Beispielsweise diene sie als Verlaufsdiagnose bei Hepatitis-C-Patienten mit Leberzirrhose. Für die Zukunft prognostiziert Prof. Dr. Rust eine noch breitere Anwendung. Künftig werde die Leberpunktion nur noch zur Diagnosesicherung und zum Ausschließen einer Tumorerkrankung erforderlich sein, meint die Expertin. 

Autoren

Susanne Schmid/Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin | zuletzt geändert am 13.04.2015 um 08:03 Uhr
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