Sofort operieren oder abwarten?

Blinddarmentzündung bei Kindern

Corbis Photography/Veer
Eine Blinddarmentzündung bei Kindern sollte rasch operiert werden.

Bei Erwachsenen müssen milde Formen einer Bilddarmentzündung nicht sofort operiert werden. Denn Antibiotika können eine leichte Entzündung abklingen lassen. Ist eine nicht-operative Behandlung auch bei Kindern mit Blinddarmentzündung möglich?

Blinddarmentzündung: Abwarten und Antibiotika?

Studien aus der Erwachsenenmedizin haben ergeben: Bettruhe, Antibiotika und Abwarten gelten bei leichten Stadien der Blinddarmentzündung als effektiv und sicher. Um das Stadium der Erkrankung jedoch genau beurteilen zu können, muss die Diagnose mit einer Computertomografie-Untersuchung (CT) gestellt werden.

Blinddarmentzündung bei Kindern diagnostizieren: Ultraschall statt CT

Wäre eine nicht-operative Behandlung auch bei Kindern mit Blinddarmentzündung möglich? Nein, meinen Kinderchirurgen. „Eine CT belastet den Körper mit Strahlen, sodass sie für Kinder nicht in Frage kommt“, erklärt Prof. Dr. med. Bernd Tillig, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie.

Aus diesem Grund raten die Kinderchirurgen bei dringendem Verdacht auf Blinddarmentzündung zu einer Ultraschalluntersuchung. Bekräftigt diese Untersuchung die Vermutung, ist das operative Entfernen des entzündeten Wurmfortsatzes bei jungen Patienten immer die Therapie der Wahl.

Komplikationen bei rascher OP seltener

Noch ein weiterer Aspekt spricht dafür, Kinder mit einer Blinddarmentzündung sofort zu operieren. „Je jünger das erkrankte Kind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bereits bei der Einweisung in die Klinik ein Blinddarmdurchbruch mit beginnender Bauchfellentzündung vorliegt“, erläutert Tillig. Dann drohen schwere Komplikationen wie Blutvergiftung, Verwachsungen im Bauchraum und Störungen der Darmfunktion. Auch Prof. Dr. med. Peter M. Vogt von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) pflichtet seinem Kollegen bei: „Abwarten ist in Anbetracht der möglichen schwerwiegenden Komplikationen keine Option.“

Autoren

Sandra Göbel/DGCH | zuletzt geändert am 08.07.2015 um 08:55 Uhr
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