6 Wochen vorher zum Check-up

Reisen im Alter

Corbis Photography/Veer
Reisen im Alter können die Lebensqualität anheben.

Auch im fortgeschrittenen Alter packt so machen Menschen noch das Fernweh. Allerdings sollten ältere Menschen Reiseziel und Vorbereitung ihrem Gesundheitszustand anpassen.

Egal ob Nah- oder Fernreisen, deutsche Senioren sind reiselustig. Das liegt zum einen daran, dass viele ältere Menschen heute länger fit und gesund sind als noch vor einigen Jahrzehnten. Zum anderen sind selbst chronische Erkrankungen und Handicaps kein Grund mehr zu Hause zu bleiben, im Gegenteil: „Mit der richtigen Reiseplanung und -vorbereitung kann Reisen im Alter einen großen Zugewinn an Lebensqualität bedeuten“, meint Adda Dumröse, Gesundheitswissenschaftlerin bei der Barmer GEK.

Vor der Reise: Impfstatus prüfen

Die Expertin rät, die Urlaubsvorbereitungen etwa sechs Wochen vor Reisestart mit einem Gespräch beim Hausarzt zu beginnen. So bleibt genügend Zeit für mögliche Impfungen. „Gerade Senioren benötigen einen ausreichenden Impfschutz, da im Alter die Immunabwehr häufig nachlässt. Beobachtungen zeigen jedoch, dass ältere Menschen oft nicht gegen Diphtherie und Tetanus geimpft sind“, berichtet Dumröse. Darüber hinaus klärt der Arzt über weitere Impfungen auf, die für das jeweilige Reiseland empfohlen werden.

Reisen ins Ausland: An Bescheinigung denken

Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte dies im Vorfeld mit seinem Arzt oder seiner Ärztin besprechen – nicht nur, um eine ausreichende Versorgung während der Reise zu gewährleisten, sondern auch, um weitere Fragen zu klären. Etwa: Wie verändert sich die Einnahme bei einer Zeitverschiebung? Drohen besondere Reaktionen oder Nebenwirkungen unter Sonneneinstrahlung? Gibt es Besonderheiten bei der Mitnahme bestimmter Medikamente ins Reiseland? Dumröse rät: „Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine ärztliche Bescheinigung dabei zu haben, auf der aufgeführt ist, welche Medikamente der Urlauber beziehungsweise die Urlauberin dauerhaft in welcher Menge einnehmen muss.“ Bei Reisen ins Ausland sollte diese Bescheinigung in englischer Sprache vorliegen.

Am Urlaubsort: Es langsam angehen lassen

Am Urlaubsort angekommen heißt es: Immer mit der Ruhe! Der Körper braucht Zeit, um sich zu akklimatisieren – vor allem bei Fernreisen. Auch ein vermeintlich ruhiges Programm wie Besichtigungen und Museumsbesuche ermüden den Körper. Deshalb sollten Urlauber sich die Tage nicht zu voll packen und ausreichend Ruhephasen einplanen. Selbstverständlich sollten Senioren auf ausreichenden UV-Schutz achten und vor allem genügend trinken. „Oft trinken ältere Menschen zu wenig, weil das Durstgefühl nicht mehr so ausgeprägt ist. Daher sollten sie gerade in warmen Ländern täglich mindestens zwei Liter Wasser oder Saftschorlen trinken. So können sie den durch das Schwitzen verursachten Flüssigkeitsverlust ausgleichen“, empfiehlt Dumröse. Gehbehinderten Menschen und Rollstuhlfahrern empfiehlt die Expertin, sich schon vor Reisebuchung über eine ausreichende Barrierefreiheit am Urlaubsziel zu informieren: „Die meisten Reiseveranstalter und Fluggesellschaften haben ein Formblatt für Behinderten-Betreuungshinweise, sodass einem ungetrübten Urlaubsvergnügen nichts im Wege stehen sollte.“

Betreutes Reisen

Inzwischen gibt es viele Reiseangebote, die eine medizinische Betreuung beinhalten. Solche ärztlich begleitete Reisen geben gerade Senioren ein Gefühl von Sicherheit. Allerdings sollten sich Interessierte im Vorfeld darüber informieren, welche Leistungen enthalten sind, und was für ein Arzt dabei ist. Nicht jeder Veranstalter achtet darauf, dass die Begleitärzte eine Fortbildung als Reisemediziner haben.

Autoren

Sandra Göbel/Barmer GEK | zuletzt geändert am 19.06.2015 um 11:15 Uhr
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