Alternativer Nobelpreis für Prototyp einer Büstenhalter-Atemmaske

Im Notfall: BH als Atemmaske

So sieht er aus, der Notfall-BH. Ein Handgriff genügt, um die Ösen zwischen den Körbchen zu lösen und daraus zwei Atemmasken zu machen.

Eine ungewöhnliche Atemmaske entwickelt hat die Medizinerin Elena Bodnar. Zunächst amüsiert der Gedanke, dass jemand eine Büstenhalter-Atemmaske erfindet. Auf den zweiten Blick jedoch macht die Erfindung durchaus Sinn: Jede Frau kann ihn bei sich tragen und im Notfall gleichzeitig sich und eine Begleitperson schützen.

Vom Nobelpreis zur Marktreife

Die Idee dazu könnte Bodnar während der Zeit gekommen sein, in der sie Kinder nach dem Reaktor-Unglück in Tschernobyl medizinisch betreute. Vor allem bei plötzlichen Unglücken oder Katastrophen großen Ausmaßes fehlt Betroffenen meist die nötige Schutzkleidung. Gerade Atemmasken werden oft mit Taschentüchern oder anderen Hilfsmittel improvisiert. Diese Lücke könnte  Bodnars Büstenhalter-Atemmaske nun füllen. Den Prototyp des so genannten Emergency-Bra, also des Notfall-BHs, hat sie inzwischen zu einem marktreifen Modell weiterentwickelt.

Wie auch eine professionelle Atemmaske filtert der Notfall-BH schädliche Partikel aus der Luft, etwa bei Feuer, Explosionen, Erdbeben, Sandstürmen oder Smog. Die Riemen des BHs werden wie bei einer Atemmaske über den Kopf gezogen, sodass das Körbchen fest über dem Mund und der Nase sitzt. Dank der üblichen Form und dem Einsatz von flexiblen Einlagen passt sich der BH der Form des Gesichts optimal an. Zusätzlich sorgt ein Innenfutter dafür, dass das Gewebe wie ein Ventil wirkt, das das Ein- und Ausatmen ermöglicht ohne Schadstoffe durchzulassen.

Ob sich das Tragen der BH-Atemmaske durchsetzt, bleibt abzuwarten. In jedem Falle wäre die Frau im Notfall gerüstet, auch wenn der Tragekomfort nicht mit normalen BHs vergleichbar sei.

Autoren

Anke Kopacek | zuletzt geändert am 08.09.2015 um 09:15 Uhr
Vorheriger Artikel

Heiße Medizin für kalte Tage