Tabletten abends einnehmen

Schlapp durch Schilddrüsenhormone

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Die morgendlichen Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten macht häufig antrieblos. Oft hilft es, den Einnahmezeitpunkt auf abends zu verlegen.

Wer unter einer Unterfunktion der Schilddrüse leidet, muss täglich künstliche Hormone einnehmen. Nehmen die Betroffenen die Tabletten morgens ein, fühlen sie sich beim Aufstehen häufig schlapp und antriebslos. Abhilfe schafft die Einnahme der Hormone abends vor dem Schlafengehen. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hin.

Klein, aber oho

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ unseres Körpers. Sie ist etwa so groß wie eine Walnuss und befindet sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes. Hauptaufgabe der Schilddrüse ist die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Diese steuern zahlreiche Prozesse im Körper wie den Mineralstoff- und Wasserhaushalt, den Energieverbrauch und die Körpertemperatur. Außerdem beeinflussen die Hormone Nerven und Muskeln, die Verdauungsorgane sowie Herz und Kreislauf. Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone und der Körper läuft nur auf Sparflamme. Die Betroffenen fühlen sich ständig müde und antriebslos, können sich nur schwer konzentrieren und sind weniger leistungsfähig.

Die Einnahme künstlicher Hormone wirkt diesen Beschwerden entgegen. „Normalerweise wird empfohlen, das Medikament Levothyroxin – ein künstliches Hormon, das wie die körpereigenen Hormone der Schilddrüse wirkt – eine halbe Stunde vor dem Frühstück auf nüchternen Magen zu verabreichen, weil dann die Bioverfügbarkeit besonders gut ist“, erklärt Dr. Wolfgang Wesiak, Präsident des BDI.

Hormone abends schlucken

Doch die morgendliche Einnahme der Medikamente macht viele Betroffene nach dem Aufstehen schlapp und antriebslos. Um diesen Beschwerden entgegen zu wirken, empfiehlt der Experte, die Hormone abends vor dem Schlafengehen zu schlucken. So wird der natürliche Rhythmus der beiden wichtigsten Schilddrüsenhormone TSH und T3 positiv beeinflusst. Normalerweise sind die beiden Hormone am Morgen besonders aktiv. Durch die abendliche Einnahme von Levothryroxin ist morgens weniger THS und mehr T3 im Blut. „Das so erzielte, zeitlich manipulierte Zusammenspiel der einzelnen Schilddrüsenhormone wirkt den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion zusätzlich entgegen und kann sich deshalb günstig auf die Wachheit und morgendlichen Aktivitätslevel betroffener Patienten auswirken“, weiß Dr. Wesiak. Grundsätzlich gilt aber: Wer die vorgeschriebene Einnahme der Hormone am Morgen gut verträgt, sollte dabei bleiben. Die abendliche Einnahme ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Wenn Sie unsicher sind, erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker.

Autoren

Anne Jantos/ BDI | zuletzt geändert am 08.05.2014 um 09:10 Uhr
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