Klassische Tablette hat ausgedient

Neue Zusammensetzung bei Aspirin

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Die klassische Aspirin-Tablette hat ausgedient. Sie kommt im Juli in neuer Zusammensetzung auf den Markt.

Bei Schmerzen oder Infekten ist es für viele die erste Wahl: Aspirin. Inzwischen sind zahlreiche Darreichungsformen auf dem Markt: Brausetabletten, Kautabletten sowie Granulate. Im Juli kommt nun eine neue überzogene Tablette auf den Markt, die die klassische Aspirin-Tablette ersetzt.

Schnellere Wirkung dank Brauseeffekt

Aspirin® enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure – kurz ASS. Dieser wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Bei Schmerzen und grippalen Infekten mit Fieber vertrauen viele Menschen auf diese Wirkung. Anhänger der klassischen Aspirin®-Tabletten müssen sich nun umgewöhnen. Im Juli kommt in Deutschland eine neue Zusammensetzung, die sogenannte Formulierung, auf den Markt, die die bisherigen Aspirin®-Tabletten ersetzt.

Die neue Formulierung wirkt wie eine Brausetablette, da sie einen Natriumcarbonat-Zusatz enthält.  Dieser erhöht den pH-Wert in unmittelbarer Umgebung der sich auflösenden Wirkstoffpartikel. Durch diesen Effekt verbessert sich die Lösungsgeschwindigkeit des Arzneimittels im sauren Milieu des Magens. Die neue Formulierung soll sich aufgrund ihrer MicroAktiv-Technologie sechsmal schneller als bisher im Magen auflösen. Dadurch wird der Wirkstoff besonders schnell freigesetzt und erreicht laut Studien 2,5 mal schneller den Blutkreislauf als bisher. Zudem wurden die Tabletten mit einem Überzug versehen, um die Einnahme zu erleichtern.

Kleine Wirkstoffpartikel und Natriumcarbonat

Prof. Dr. Wolfgang Frieß von der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärt die Vorteile der neuen Aspirin®-Tablette in der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ): Das Besondere der Formulierung liegt darin, dass die Wirkstoff-Freisetzung bei saurem pH-Wert verbessert wurde. Die schnelle Löslichkeit basiert auf zwei Komponenten. Zum einen sind die mikronisierten Wirkstoffpartikel für die schnellere Löslichkeit verantwortlich. Sie sind im Vergleich zur klassischen Aspirin®-Tablette um 90 Prozent verkleinert und haben so eine größere Gesamtoberfläche, an der die Acetylsalicylsäure in Lösung geht. Zum anderen ist es der Hilfsstoff Natriumcarbonat, der der Tablette hinzugefügt wurde.

Welche der beiden Komponenten für die schnellere Wirkung entscheidend ist oder ob es die Kombination beider Komponenten ist, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht sagen.

Autoren

Sandra Göbel/DAZ | zuletzt geändert am 02.07.2014 um 08:53 Uhr
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