Apotheker informieren über Risiken

Beratung bei Ergänzungsmitteln

Die Neben- und Wechselwirkungen von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln werden oft unterschätzt. Bei welchen Mitteln Vorsicht geboten ist, weiß die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Pflanzliche Mittel oft unterschätzt

Nahrungsergänzungsmittel sind beliebt. Denn besonders pflanzliche Mittel gelten als schonend und frei von Nebenwirkungen. Doch: „Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel sind nicht so harmlos, wie viele Patienten meinen. Wer solche Präparate einnimmt, sollte seinen Arzt oder Apotheker unbedingt darüber informieren“, warnt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer.

Nahrungsergänzungsmittel gehören rechtlich zu den Lebensmitteln und müssen deshalb im Gegensatz zu Medikamenten keine Beipackzettel enthalten. Oft finden sich in der Packung daher keine Hinweise auf mögliche Neben- oder Wechselwirkungen. Wer Ergänzungsmittel ohne fachliche Beratung einnimmt, riskiert Wechselwirkungen mit Arzneimitteln oder schwere Komplikationen bei ärztlichen Behandlungen. „Deshalb kommt der Beratung in der Apotheke eine besondere Bedeutung zu“, betont Dr. Kiefer.

Risiken und Gefahren einzelner Mittel

Einige pflanzliche Mittel sollte man rechtzeitig vor einem ärztlichen Eingriff absetzen, da sie die Blutgerinnung hemmen. Dazu gehören Gingko, Schwarzkümmel und Sägepalmenfrüchte. Man sollte sie nur bis drei Tage vor einer Operation einnehmen. Auch Knoblauch und Ginseng erhöhen das Blutungsrisiko, auf ihre Einnahme sollte man daher mindestens sieben Tage vor einem Eingriff verzichten. In geringen Mengen als Gewürz verwendet, ist Knoblauch aber unbedenklich.

Sonnenhut, auch Echinacea genannt, ist eine Pflanze, die in einigen Fällen allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Atemnot hervorruft. Vor allem aber können Mittel mit Sonnenhut die Wirkungen verschiedener Medikamente hemmen.

Eine Pflanze mit starken Wechselwirkungen ist das beliebte Johanniskraut. Es beschleunigt den Abbau von Medikamenten in der Leber und vermindert so ihre Wirkung. Wenig bekannt ist, dass Johanniskraut die Wirksamkeit einer Krebstherapie negativ beeinflussen kann. Da sich Inhaltstoffe der Pflanze nur sehr langsam abbauen, sollte man sie fünf Tage vor einem Eingriff absetzen.

Autoren

Katrin Stegherr | zuletzt geändert am 02.05.2013 um 10:08 Uhr
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