Meditieren schaltet Schmerzreiz aus

Schmerzfrei dank Meditation

Die Achtsamkeitsmediation hat sich in der Therapie von chronischen Schmerzerkrankungen bewährt. Deutsche Forscher ermittelten nun den Grund: Die Meditation schaltet das Schmerzzentrum aus.

Schmerz ausblenden

Das Konzept der Achtsamkeitsmeditation ist simpel. Die Aufmerksamkeit soll sich ganz auf die gegenwärtigen Sinnesempfindungen richten und dadurch die Schmerzen ausblenden. Wie genau dies funktioniert, war bislang unklar. Forscher der Universität Gießen überprüften nun, wie sich diese Technik auf das Gehirn auswirkt.

Schmerzen verursachen im Gehirn messbare Reaktionen. Die Forscher maßen diese Gehirnreaktionen während der Achtsamkeitsmeditation. Dazu versetzten sich 34 gesunde Männer und Frauen in den meditativen Zustand der Achtsamkeit. Eine Hälfte der Teilnehmer hatte jahrelange Erfahrung mit Achtsamkeitsmeditation, die andere Hälfte hatte wenig oder keine Erfahrung. Während der Meditation erhielten die Teilnehmer ungefährliche, leicht schmerzhafte Stromschläge in den Unterarm. Gleichzeitig ermittelten die Forscher die Gehirnaktivität der Teilnehmer mithilfe einer Kernspinuntersuchung.

Achtsamkeit lernbar

Die Kernspinuntersuchung lieferte ein eindeutiges Ergebnis. Denn die Hirnbereiche, die auf den Schmerzreiz reagieren, waren bei den meditationserfahrenen Teilnehmern kaum aktiv. Sie nahmen deshalb die Stromschläge weniger schmerzhaft wahr als die unerfahrenen Teilnehmer.

Die Forscher sehen die positiven Erfahrungen mit der Achtsamkeitsmeditation nun auch wissenschaftlich bestätigt. Die Achtsamkeitsmeditation erfordert eine hohe Konzentration, sodass die Gehirnaktivität fast komplett auf den Meditationsvorgang ausgerichtet ist. Dafür sind andere Bereiche des Gehirns weniger aktiv – etwa das Schmerzzentrum. Außerdem zeigen die Studienergebnisse, dass die Achtsamkeitsmeditation lernbar ist. Je erfahrener die Teilnehmer im Meditieren waren, desto weniger Schmerzen spürten sie. Um einen messbaren Erfolg zu erzielen, sollte man die Schmerzmeditation deshalb regelmäßig über einen längeren Zeitraum durchführen. Besonders Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen wie Rheuma oder Migräne profitieren von der Achtsamkeitsmeditation.

Autoren

Sandra Göbel | zuletzt geändert am 14.02.2012 um 10:14 Uhr
Vorheriger Artikel

Wer fühlen will, muss hören