Tipps für eine gute Nacht

Trotz Hitze gut schlafen

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Erholsamer Schlaf - auch im Sommer möglich.

Die Temperaturen steigen und die Hitze breitet sich auch in Innenräumen aus. Erhitzt sich das Schlafzimmer, raubt uns die schwülwarme Temperatur den Schlaf. Wie Sie dennoch erholsame Nächte erleben.

Kühlsystem aus den Fugen

Der Sommer hat viele schöne Seiten – die nächtliche Hitze zählt nicht dazu. Denn sie verkürzt die Schlafenszeit. Nach einer unruhigen Nacht fühlt man sich wie gerädert, ist unkonzentriert und mürrisch. Hohe Temperaturen bringen das Kühlsystem unseres Körper aus den Fugen, weiß die Medizinerin Ursula Marschall von der BARMER-GEK: „Normalerweise kühlt der Körper abends um etwa 1,5 Grad Celsius ab. Die sommerliche Hitze behindert dieses körpereigene Kühlsystem jedoch. Die Folge: schlechtes Einschlafen, unruhiges Hin-und-Her-Wälzen und immer wieder Wachwerden statt ungestörter Nachtruhe.“

Gehemmtes Schlafhormon

Für einen gesunden Menschen ist ein vorübergehender Schlafentzug um ein bis zwei Stunden pro Nacht allerdings kein Problem. „Die langen Tage und das viele Licht unterdrücken das Schlafhormon Melatonin, das uns in der dunklen Jahreszeit müde macht und auf die Stimmung drückt. Also sind wir im Sommer deutlich wacher und in der Regel auch besser gelaunt“, erklärt Marschall.  
Dauert der hitzebedingte Schlafentzug jedoch über einen längeren Zeitraum an, drohen gesundheitliche Probleme. Zunächst schränkt der Schlafmangel die Konzentrationsfähigkeit und das Leistungsvermögen ein, Reizbarkeit und Stress steigen an. Dazu treten Kopfschmerzen, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein auf.

Einfache Tricks können den Schlaf in heißen Nächten verbessern:

  • Das Schlafzimmer tagsüber abdunkeln und nur früh morgens und spät abends lüften.
  • Vor dem Hinlegen lauwarm duschen, um die Poren der Haut zu öffnen. Die Wärme staut sich dadurch weniger im Körper. Zusätzlich kühlt ein leichter Feuchtigkeitsfilm die Hautoberfläche.
  • Kühlende Sommerbettwäsche verwenden, die zu einem großen Teil aus Naturseide besteht.
  • Leichte Nahrung zu sich nehmen. Die letzte Mahlzeit vor 19 Uhr verzehren, um den Körper nicht zusätzlich mit dem Verdauen zu belasten.
  • Die Wärmeflasche zur Kühlflasche machen. Dazu eine Wärmflasche mit Wasser füllen und den Tag über in den Kühlschrank legen, jedoch nicht ins Gefrierfach.
  • Ventilatoren und Klimaanlagen nur auf schwacher Stufe verwenden, da sonst eine Erkältung oder Muskelverspannung droht.

Autoren

Sandra Göbel/BARMER-GEK | zuletzt geändert am 07.07.2015 um 09:26 Uhr
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