Was hilft gegen Orangenhaut?

Mythen über Cellulite

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Gut gerüstet gegen Cellulite - mit Sportmatte und Laufschuhen.

Zeigt sich die Sonne, zeigen sich die Beine in Shorts oder Rock. Wer unter Orangenhaut leidet, stellt seine Oberschenkel jedoch ungern zur Schau. Doch was hat es mit den Dellen eigentlich auf sich und was hilft dagegen?

Mythos 1: Cellulite ist eine Krankheit

Falsch. Cellulite – auch Zellulite geschrieben – beschreibt einen Hautzustand, bei dem sich kleine Fettdepots in der Haut einlagern. Verantwortlich für die Einlagerungen sind die Östrogene (weibliche Geschlechtshormone). Die Depots zeichnen sich als Dellen an der Hautoberfläche ab. Begünstigend wirken Übergewicht und eine Bindegewebsschwäche. Oft tritt Zellulite auch in Verbindung mit Krampfadern auf, da der Stau in den Gefäßen zu Wasseransammlungen und zur Schwellung der Haut führt.

Mythos 2: Joggen gegen Orangenhaut

Sport ja, denn das Training regt die Durchblutung an und ersetzt das eingelagerte Fett durch Muskeln. Doch das stumpfe Auftreten beim Joggen belastet das Bindegewebe in den Beinen zusätzlich. Ratsamer sind sanfte, runde Bewegungen wie beim Schwimmen oder Radfahren. Viele Fitnesscenter, Vereine oder Volkshochschulen bieten spezielle Kurse für Beine und Po an.

Mythos 3: Cellulite = Zellulitis

Falsch, diese beiden Begriffe sind nicht identisch. Die Bezeichnung Cellulitis (Zellulitis) wird zwar von vielen Frauenzeitschriften synonym verwendet, ist aber aus medizinischer Sicht irreführend, denn Zellulitis ist eine Erkrankung, bei der das Unterhautgewebe entzündet ist. Eine Entzündung liegt bei der Cellulite jedoch nicht vor.

Mythos 4: Koffeincremes glätten die Haut

Richtig, das ist allerdings nur die halbe Miete. Zwar festigt Koffein die Hautoberfläche, sodass diese ebenmäßiger wirkt. Allerdings sind Koffeincremes gegen die tiefer eingelagerten Fettdepots machtlos. Sie bilden daher nur die Basis für weitere Maßnahmen wie Sport. Studien haben ergeben: Die Creme muss mindestens zwei Prozent Koffein enthalten, damit sie wirkt.

Mythos 5: Cellulite schmerzt

Falsch. Cellulite verursacht keinerlei körperlicher Beschwerden. Treten Schmerzen am Oberschenkel auf, sind diese nicht auf die Cellulite zurückzuführen. Die Ursache der Schmerzen sollte ärztlich abgeklärt werden.

Mythos 6: Orangenhaut ist Frauensache

Stimmt prinzipiell, denn das Bindegewebe ist bei Männern stärker kreuzförmig vernetzt und dadurch weniger elastisch als das parallel verlaufende Gewebe von Frauen. Männliches Bindegewebe dellt deshalb nicht so schnell aus. Wenn Männer aus medizinischen Gründen jedoch Östrogene – weibliche Geschlechtshormone – einnehmen müssen, kann sich auch bei ihnen Cellulite bilden. Dagegen sinkt das Cellulite-Risiko bei Frauen nach den Wechseljahren, da ihr Östrogenspiegel sinkt.

Autoren

Sandra Göbel | zuletzt geändert am 17.08.2016 um 11:12 Uhr
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