Wie die Entwöhnung klappt

Suchtmittel Nasenspray

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Nasensprays bei vestopfter Nase nur sparsam und kurzfristig einsetzen. Sonst droht eine Abhängigkeit!

Wenn die Nase verstopft ist, sind Nasensprays die Retter in der Not. Benutzt man die kleinen Helfer jedoch häufig und über längere Zeit, droht eine Abhängigkeit. Wie Sie auch ohne die Sprays wieder befreit durchatmen, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Teufelskreis der verstopften Nase

Bei einer Erkältung oder Grippe produziert der Körper mehr Schleim als sonst. Dann schwellen die Nasenschleimhäute an und verengen die Nase. Nasensprays oder -tropfen bewirken, dass sich die Blutgefäße in den Schleimhäuten zusammen ziehen und die Schwellung zurückgeht. Lässt die Wirkung des Sprays nach, werden die Schleimhäute besonders gut durchblutet und schwellen stark an. Auf diese Weise kommt das Spray immer wieder zum Einsatz. Es beginnt ein Teufelskreis. Der Dauergebrauch des Nasensprays trocknet die Schleimhäute aus. Ihre Abwehrfunktion ist gestört und Viren und Bakterien haben leichtes Spiel. Häufig bilden sich Verkrustungen in den Nasenhöhlen und die Anfälligkeit für Nasenbluten steigt. Aus diesem Grund Nasensprays oder -tropfen möglichst sparsam und nicht länger als sieben Tage am Stück verwenden. Bei einem Gebrach über die eigentliche Krankheit hinaus sprechen Experten von einem Arzneimittelmissbrauch, der abhängig macht.

Frei atmen ohne Spray

Eine Entwöhnung vom Nasenspray geht nicht von heute auf morgen. Die Betroffenen müssen zunächst lernen damit zu leben, dass sie ohne Spray schlechter Luft bekommen. Ein Arzt sollte abklären, ob eine Allergie die Abhängigkeit vom Nasenspray ausgelöst hat. In diesem Fall hat die Behandlung der Allergie Vorrang.

Zur Entwöhnung gibt es unterschiedliche Methoden. Verschreibungspflichtige Kortisonsprays immer unter ärztlicher Betreuung einsetzen. Alternativ sind freiverkäufliche Kinder-Nasensprays gut geeignet. Sie sind geringer dosiert und können nach und nach verdünnt werden. Vielen Betroffenen hilft es, zuerst ein Nasenloch und später das zweite zu entwöhnen. Zu Beginn der Behandlung unterstützen pflegende Nasentropfen mit Vitamin A oder E oder Salben mit Dexpanthenol die Heilung der Nasenschleimhaut. Diese Stoffe stören allerdings die natürliche Reinigungsfunktion der Nase. Deshalb nur kurze Zeit anwenden!

Autoren

Anne Jantos/Apothekerkammer Niedersachsen | zuletzt geändert am 23.01.2014 um 15:12 Uhr
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