Kümmel

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Die erste Erwähnung des Wiesenkümmels als Heilpflanze stammt von einer altägyptischen Schriftrolle aus dem Jahr 1550 v. Chr. Damit zählt der Kümmel zu den ältesten Heilpflanzen. Autoren der vergangenen Jahrhunderte nennen viele Anwendungen des Kümmels, die sich im Wesentlichen auf Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfe unterschiedlicher Art und Erkrankungen der Atemwege beziehen. Heute schätzen wir den Kümmel als Gewürz sowie als Mittel gegen Blähungen und Völlegefühl.

Wissenschaftlicher Name: Carum carvi L.

Charakteristik

Der Kümmel zählt zur Familie der Doldengewächse und ist somit unter anderem mit dem Anis, Fenchel und Koriander verwandt. Heimisch ist die Pflanze in Europa und Asien, vor allem auf Wiesen, Weiden und Wegrändern. Nicht zu verwechseln ist der Wiesenkümmel mit dem Kreuzkümmel (Bestandteil von Currypulver) oder dem Schwarzkümmel (Hahnenfußgewächs). Die Pflanze erreicht eine Höhe von etwa einem Meter. Ihr Stängel ist stark verästelt, ihre Blätter vierteilig und gelegentlich rot gefärbt. Kümmel ist eine zweijährige Pflanze. Im zweiten Jahr treiben im Mai und Juni die weißen bis rosanen Blüten. In den Monaten Juni bis Juli sind die Kümmelfrüchte reif. Medizinisch verwendet werden die Früchte und das aus den gequetschten reifen Früchten gewonnene Kümmelöl.

Anwendungsbereiche

Frucht

Innere Anwendung: bei Verdauungsbeschwerden, krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl, sowie bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden.
Volksmedizin: dient als milchtreibendes Mittel bei stillenden Frauen und wird zur Menstruationsförderung und Magenberuhigung eingesetzt.
Haushalt: als Küchengewürz und zur besseren Verträglichkeit von Kohl sowie in Spirituosen.

Kümmelöl

Innere Anwendung: bei Verdauungsbeschwerden, krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl sowie bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden.
Volksmedizin: dient als milchtreibendes Mittel bei stillenden Frauen und wird zur Menstruationsförderung und Magenberuhigung eingesetzt. Die ätherischen Öle werden außerdem als Zutat in Mundwässern und Badezusatz verwendet.

Dosierung

Frucht

Einzeldosis: 1–5 g Droge
Tagesdosis: 1,5–6 g Droge
1–2 Teelöffel der Früchte vor Gebrauch quetschen und mit 150 ml heißem Wasser übergießen. 10 bis 15 Minuten bedeckt ziehen lassen und vor dem Trinken durchsieben.

Kümmelöl

Einzeldosis: 1–2 Tropfen Öl auf Zucker
Tagesdosis: 3–6 Tropfen.

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Droge enthält ätherisches Öl und zeigt durch das im Öl enthaltene Carvon eine antimikrobielle Wirkung. Des Weiteren wird eine mäßig starke Wirkung gegen Pilze beschrieben. Die Droge wirkt im Tierversuch krampflösend. In einer nicht zugänglichen Untersuchung ist eine die Gallenabsonderung anregende Wirkung beschrieben.

Risiken und Nebenwirkungen der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge sind nicht bekannt. Die langzeitige Aufnahme hoher Dosen des ätherischen Öls (z. B. im Kümmellikör) kann zu Nieren- und Leberschäden führen.

Anwendung in Lebensmitteln

Kümmel ist ein bekanntes und beliebtes Küchenkraut und Gewürz. Die Samen werden deftigen Gerichten und blähendem Gemüse wie Kohl hinzugefügt, um die Verdauung zu fördern und Verdauungsstörungen vorzubeugen.  Alkoholischen Getränken wie Likör und Schnaps wird Kümmel ebenso zugesetzt. Aufgrund der krampflösenden, antimikrobiellen, blähungstreibenden und die Gallenabsonderung anregenden Aktivitäten ist die Pflanze als Zusatz zu funktionellen Nahrungsmitteln geeignet.

Autoren

Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke; Autor: Sandra Göbel | zuletzt geändert am 04.10.2018 um 11:19 Uhr
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