Kamille

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Die Kamille wurde von den Germanen seit Urzeiten benutzt. Auch die Griechen und Römer kannten die Heilkraft der Wurzeln und Blüten. Als Trank und Sitzbad befördere es die Menstruation, treibe Embryos, Steine und Urin aus und lindere eine Vielzahl von Beschwerden von Kopfschmerzen bis zur Epilepsie. Später wurde Kamille als nervenstärkendes und krampfstillendes Mittel entdeckt. In der Kosmetik ist Kamille heute Bestandteil vieler Pflegeprodukte, Haut- und Haar­reinigungsmittel.

Wissenschaftlicher Name: Matricaria recutita L.

Charakteristik

Echte Kamille ist in Europa und Nordwestasien heimisch und in Nordamerika und anderen Gegenden eingebürgert. Blüte- und Erntezeit ist der Sommer von Mai bis August. Medizinisch verwendet wird das ganze blühende Kraut oder nur die Blüten.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts mit spastischen Beschwerden und Reizung der Mund- und Rachenschleimhaut sowie der oberen Luftwege
Äußere Anwendung: bei Haut- und Schleimhautentzündungen, Zahn- und Zahnfleischentzündungen, Entzündungen der Atemwege, Entzündungen im Anal- und Genitalbereich
Volksmedizin: bei Durchfall, Blähungen, entzündlichen Magen- und Darmerkrankungen und äußerlich bei Furunkeln, Hämorrhoiden, Abszessen, Akne und Erkältungen
Homöopathie: bei Entzündungen und Krämpfen der Verdauungsorgane, Zahnungsbeschwerden, heftigen Schmerzzuständen, Entzündungen der oberen Luftwege und bei Entzündungen und Krämpfen der weiblichen Genitalorgane

Dosierung

Infus: 3 g Droge
Fluidextrakt: 1-4 ml
Trockenextrakt: 150-900 mg
Tee: 3-4-mal täglich 1 Tasse frisch zubereiteten Tee aus 3 g auf 150 ml Wasser zwischen den Mahlzeiten trinken
Dampfbad: 6 g Droge mit heißem Wasser aufgießen
Spülung und Gurgeln: mehrmals täglich
Homöopathie: 5-10 Tropfen, 1 Tablette, 5-10 Globuli 1-3-mal täglich, Salbe 1-2-mal täglich auftragen, Tinktur zur äußeren Anwendung 1 Esslöffel mit 250 ml Wasser verdünnen und 2-3-mal täglich für Umschläge oder Spülungen verwenden.

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit ist durch wissenschaftliche Aufarbeitung weitgehend bestätigt. Studien belegen die entzündungs­hemmende Wirkung und Förderung der Wundheilung (Glowania et al. 1987; Aertgeerts et al. 1985; etc.). Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei Allergien gegen Kamille ist Vorsicht geboten. Dazu geben Ärzte und Apotheker nähere Auskunft.

Anwendung in Lebensmitteln

Echte Kamille wird zur Herstellung wärmender und besänftigender Tees verwendet und stellt aufgrund der entkrampfenden, antibakteriellen und entzündungs­hemmenden Effekte eine wertvolle Zusatzkomponente für spezielle Nahrungsmittelprodukte dar.

Autoren

Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke | zuletzt geändert am 04.10.2018 um 11:09 Uhr
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