Pastinake

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Die Pastinake gehörte im Römischen Reich zu den verbreitesten Wurzelgemüsen. Plinius beschreibt Versuche, eine weniger scharfe Sorte zu züchten. Ihm zufolge ließ Tiberius die Pflanze jährlich aus dem Rheintal holen, wo sie kultiviert wurde. 820 wird sie im Klostergarten in St. Gallen angebaut.

Dioskurides hatte sie als hilfreich gegen Schlangengift und Würmer empfohlen. Der Tee wirkte harntreibend und als Aphrodisiakum, die Wurzel abortiv. Die Pflanze sei ein gutes Frauenmittel und werde gegen Leber- und Milzleiden verwendet. Culpeper schreibt über die wilde Pastinake, dass sie eine scharfe, abschwächende, reinigende und öffnende Wirkung auf Magen und Niere habe. Auch gegen Krebs, Asthma und Tuberkulose kam sie zum Einsatz.

Die Pastinake war noch in diesem Jahrhundert wegen ihrer harntreibenden und schmerzstillenden Wirkung gegen Steinleiden, Geschwüre der Blase, Magenleiden und Wechselfieber als Volksheilmittel im Gebrauch. In Irland wird aus den Wurzeln mit Hopfen und Wasser oder mit Malz und Pastinake Bier gebraut.

Wissenschaftlicher Name: Pastinaca sativa L.

Charakteristik

Die Pastinake wächst wild in den meisten Teilen von Europa und Kleinasien bis Westsibirien und ist in den USA eingebürgert. Die Drogen stammen aus Kulturen in Europa, Amerika, Australien, Indien, China und dem südlichen Afrika. Blüte- und Erntezeit ist Juni bis September. Medizinisch verwendet werden die getrockneten Früchte, das getrocknete Kraut, die getrockneten Wurzel und die frischen zweijährigen Wurzeln angebauter Pflanzen.

Anwendungsbereiche

Volksmedizin: bei Magenleiden, Nierenleiden, Fieber und Verdauungsbeschwerden. Homöopathie: bei Delirium

Dosierung

Tee: in den ersten 8 Tagen 3mal täglich ein Weinglas, in der zweiten Woche ein Wasserglas voll von diesem Tee einnehmen. Das tägliche Teequantum kann auf zwei Liter gesteigert werden. Die Kur dauert 4-6 Wochen.
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60min (akut) und 1-3 mal täglich (chronisch).

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit für die angegebenen Indikationen ist zur Zeit nicht belegt. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei hellhäutigen Personen ist eine Steigerung der UV-Empfindlichkeit möglich.

Anwendung in Lebensmitteln

Die rübenartigen Wurzeln der Pflanze, die ähnlich wie Karotten schmecken, werden als Gemüse verzehrt. In Irland wurden Pastinaken in Kombination mit Hopfen oder Malz zum Bierbrauen verwendet. Der Pflanze werden diuretische und reinigende Aktivitäten zugeschrieben.

Autoren

Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke | zuletzt geändert am 04.10.2018 um 14:53 Uhr
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