Schafgarbe

Susanne Schmich/pixelio.de

In alten Kräuterbüchern als Herba militaris bezeichnet, wird die Wirksamkeit der Schafgarbe bei der Wundbehandlung nahegelegt. Die Pflanze sollte Nasenbluten verursachen, aber auch stoppen. Ersteres war eine mittelalterliche "Kur" für Kopfschmerzen.

Einem alten Aberglauben zufolge soll man mit Hilfe von Schafgarbe, die nachts unter das Kopfkissen gelegt wird, den zukünftigen Ehepartner im Traum erkennen können. Ähnliche Verwendungen der Pflanze zur Voraussage und Beschwörung künftiger Liebe werden aus einigen Gegenden Englands und Schottlands berichtet.

Wissenschaftlicher Name: Achillea millefolium L.

Charakteristik

Die Schafgarbe kommt aus Ost- und Südosteuropa sowie Deutschland. Zur Heilbehandlung werden die Blüten und das Kraut verwendet. Darüber hinaus gibt es Verwendungen in der Kosmetik. Schafgarbenkraut besteht aus den frischen oder getrockneten, zur Blütezeit geernteten oberirdischen Teilen der Schafgarbe sowie deren Zubereitungen. Die Blüten bestehen aus den getrockneten Blütenständen (Doldenrispen) der Schafgarbe sowie deren Zubereitungen.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: als Bittermittel bei Appetitlosigkeit, zur Förderung der Gallensekretion und bei Magenbeschwerden (Entzündungen, Durchfälle, Blähungen, Krämpfe).
Äußere Anwendung: funktionelle Unterbauchbeschwerden der Frau, palliativ bei Lebererkrankungen, als Wundheilmittel.
Volkstümliche Anwendung: zur Blutstillung (z. B. bei Hämorrhoidenblutungen), sowie bei Menstruations­beschwerden und zur Beseitigung von Schweiß (Bäder).
Homöopathie: Krampfaderleiden, hellrote Blutungen, Krampfleiden. In Fertigpräparaten der galletreibenden Mittel und Gallenwegstherapeutika enthalten, außerdem als Wirkungsverstärker in Präparaten vieler anderer Indikations­gebiete wie Abführmittel, Medikamente gegen den Hustenreiz, für die Frauenheilkunde, Herzmedikamente und Venenmittel.

Dosierung

Innere AnwendungInfus: Tagesdosis 4,5 g Kraut, 3 g BlütenTeezubereitung: 2,0 g fein geschnittene Droge mit kochendem Wasser übergossen und 10-15 min. lang bedeckt stehen lassen, anschließend durch ein Teesieb gießen. Eine frisch aufgegossene Tasse 3-4-mal täglich zwischen den Mahlzeiten trinken.

Äußere Anwendung
100 g Schafgarbenkraut mit 1-2 l Wasser 20 min. ziehen lassen, dann dem Badewasser zugeben.Homöopathie: 1-3-mal täglich 5-10 Tropfen oder 1 Messerspitze Verreibung, 1 Tablette oder 5-10 Globuli, Injektionslösung: 1 mal wöchentlich subcutan.

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirkung dürfte insgesamt aus dem Zusammenspiel von mehreren Inhaltsstofefen (Chamazulen, Flavonoide) resultieren, ähnlich wie bei  Kamillenblüten, da die Inhaltsstoffe zum Teil identisch sind.

Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung thera­peutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Die Droge besitzt schwache bis mittelstarke Sensibilisierungspotenz. Die Schafgarbe sollte nicht während der Schwangerschaft angewandt werden. Gegenanzeigen: Allergie gegen Schafgarbe

Anwendung in Lebensmitteln

Die Schafgarbe ist eine altbekannte und geschätzte Arzneipflanze, die auch kommerziell bei der Herstellung alkoholhaltiger Getränke und Kräutertees genutzt wird. Aufgrund der appetitfördernden, galletreibenden und krampflösenden Eigenschaften (Bittermittel) ist die Verwendung der Pflanze in bestimmten Functional-Food-Produkten zu befürworten.

Autoren

Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke | zuletzt geändert am 08.11.2018 um 12:31 Uhr
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