Mönchspfeffer

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Im Mittelalter verwendete man Mönchspfeffer, der im Volksmund Keuschbaum genannt wird, um sexuelle Begierden zu mindern. Als Heilmittel kam die Pflanze schon im Altertum zum Einsatz. Verletzungen, Entzündungen oder Milzschwellungen wurden mit Mönchspfeffer behandelt. Im 19. Jahrhundert außer Gebrauch geraten, sind die getrockneten Blätter und Früchte der Pflanze heute wieder ein beliebtes Mittel der Naturheilkunde. Aufgrund der hemmenden Wirkung auf das Hormon Prolaktin findet Mönchspfeffer in der Medizin Anwendung bei Menstruationsbeschwerden, prämenstruellem Syndrom und klimakterischen Beschwerden.

Wissenschaftlicher Name: Vitex agnus-castus L.

Charakteristik

Mönchspfeffer gehört zur Familie der Lippenblütler und erreicht eine Höhe von bis zu sechs Metern. Die acht bis zehn Zentimeter großen Blüten sind meist blau oder violett, seltener rosa gefärbt. Aus ihnen entsteht die kugelige, rötlichschwarze Frucht, die an Pfefferkörner erinnert. Die Blätter ähneln denen des Hanfs, weshalb es leicht zu Verwechslungen kommt. Verbreitet ist Mönchspfeffer vom gesamten Mittelmeerraum bis nach Westasien.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Menstruationsstörungen infolge Gelbkörperinsuffizienz, prämenstruellem Syndrom, klimakterischen Beschwerden und Mastodynie
Volksmedizin: gegen den Geschlechtstrieb, Blähungen, zur Förderung von Milchfluss und Schlaf, als Appetitzügler, bei Impotenz, Sermatorrhoe, Prostatitis, Orchitis und Uterusschmerzen
Homöopathie: bei sexuellen Störungen beim Mann, Störungen des Milchflusses und nervösen Verstimmungen

Dosierung

Tagesdosis: 30-40 mg Droge in Form wässrig-alkoholischer Extrakte
Homöopathie: 5-10 Tropfen, 1 Tablette, 5-10 Globuli, 1 Messerspitze Verreibung 1-3 Mal täglich

Hinweise

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden.

Autoren

Th. Brendler u. a., A. Schenk u. a., Katrin Stegherr | zuletzt geändert am 04.10.2018 um 11:47 Uhr
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