Hornhauterosion und Verblitzung

Hornhauterosion (Erosio corneae): Verletzung der Hornhaut z. B. durch einen Splitter, Fingernagel oder Zweig. Die Verletzung der Hornhautoberfläche durch UV-Strahlen wird als Verblitzung (Keratitis photoelectrica, Photokeratitis) bezeichnet. Umgangssprachlich wird die Verblitzung auch als "Schneeblindheit" bezeichnet. Eine Blindheit im eigentliche Sinne liegt dabei jedoch nicht vor.

Leitbeschwerden

  • Fremdkörpergefühl
  • Starke Schmerzen v. a. bei Lichteinfall
  • Allgemeine oder örtlich begrenzte Rötung
  • Starker Tränenfluss
  • Oft Lidkrampf und Lidschwellung
  • Eventuell Sehverschlechterung.

Wann zum Arzt

Heute noch, wenn Ihnen ein Fremdkörper ins Auge gedrungen ist, der sich nicht ausspülen lässt.

Sofort, wenn es zudem zu starken Schmerzen kommt.

Die Erkrankung

Die Hornhautoberfläche kann leicht von außen verletzt werden. Intensives UV-Licht schädigt innerhalb von Minuten Hornhaut und Bindehaut im Bereich der Lidspalte; das Gewebe quillt auf (ödematös), zerfault und wird abgestoßen.

Eine Verblitzung tritt zum Beispiel beim Schweißen oder Sonnen unter Solarien auf, wenn die Augen nicht ausreichend geschützt werden. Ferner entsteht sie durch starke Reflexion von UV-Strahlen auf einer Schneedecke, zum Beispiel im Hochgebirge.

Zur Keimabwehr ist eine intakte Hornhaut notwendig. Kleine oberflächliche Hornhautverletzungen werden deshalb normalerweise innerhalb von Stunden durch Zellverschiebungen und rasche Zellneubildungen am Rand der Hornhaut verschlossen. Die Reibung des Oberlids verhindert dies jedoch, daher kommt es zu einer Entzündung. Nach einer Verletzung kommt es manchmal vor, dass die abdeckenden neuen Zellen nicht fest mit der Unterlage verankert sind und die Hornhaut immer wieder auch noch nach Wochen und Monaten an der Stelle der alten Verletzung aufbricht.

Das macht der Arzt

Das Ausmaß des Oberflächendefekts beurteilt der Arzt nach Fluoreszeinfärbung mit der Spaltlampe. Zur Behandlung legt er einen antibiotischen Augenverband an oder er versorgt das Auge mit einer therapeutischen Kontaktlinse in Verbindung mit antibiotischen Augentropfen. Zur Schmerzlinderung empfiehlt er eventuell Paracetamol (z. B. Benu-ron®). Normalerweise heilt das Auge innerhalb von 24–48 Stunden folgenlos ab. Bei immer wiederkehrenden Hornhauterosionen wird der Patient häufig zur völligen beidseitigen Ruhigstellung der Augen stationär aufgenommen oder es wird eine Lasertherapie der Hornhaut vorgenommen.

Dr. rer. nat. Katharina Munk | zuletzt geändert am 18.03.2016 um 10:43 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung durch Ihren Apotheker ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.
Vorheriger Artikel

Bindehautunterblutung