Paraphimose

Paraphimose (spanischer Kragen): Einklemmung der zurückgezogenen Vorhaut im Eichelkranz als Folge einer Phimose, während oder nach dem Geschlechtsverkehr oder seltener infolge eines unsachgemäß gelegten Dauerkatheters, wenn die Vorhaut nicht wieder zurückgestreift wurde. Hoch schmerzhafte Schwellung der Eichel mit Ödembildung, unter Ausbildung eines Schnürrings bei gleichzeitiger Unterbrechung der Blutversorgung.

Wann zum Arzt

Sofort (nachts und am Wochenende in die Klinik), wenn die Vorhaut unter der Kranzfurche der Eichel schmerzhaft eingeklemmt ist und sich nicht mehr zurückstreifen lässt.

Die Paraphimose ist ein Notfall, unbehandelt droht das Absterben (Nekrose) der Eichel.

Die Erkrankung

Die Paraphimose entsteht, wenn die zu enge Vorhaut gewaltsam zurückgezogen wird und sich in der Eichelfurche einklemmt, was einen gestörten Blutabfluss nach sich zieht. Die Eichel und die eingeklemmte Vorhaut schwellen stark an, und es bildet sich ein Ödem (Wassereinlagerungen im Gewebe), das äußerst schmerzhaft ist und ein Zurückstreifen der Vorhaut zunehmend unmöglich macht. Unbehandelt droht sie die Blutversorgung der Eichel abzuschnüren, was zum Absterben der Eichel führt. Rechtzeitig behandelt besteht eine günstige Prognose.

Das macht der Arzt

Der Arzt erkennt die Paraphimose an dem Schnürring in der Eichelfurche, der durch die eingeklemmte Vorhaut zustande kommt. Schwellung, Rötung und Schmerzen sichern die Diagnose.

Der Arzt wird das Ödem der Vorhaut für einige Minuten „ausdrücken“, anschließend die Eichel zurückdrücken und die Vorhaut nach vorne bewegen. Fast immer gelingt es ihm, nach einigen Minuten des Drückens die Vorhaut langsam wieder über die Eichel zu schieben. Falls die Behandlung zu schmerzhaft ist, betäubt er den Nerv an der Peniswurzel.

Weiterführernde Informationen

  • www.leitlinien.net – Die Stichwortsuche Paraphimose listet die Therapiestandards aus Sicht der deutschen Fachgesellschaften für Kinderchirurgie und Urologie.
Dr. med. Martina Sticker, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 25.04.2016 um 15:51 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung durch Ihren Apotheker ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.
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