Urin, Stuhl und Liquor als Untersuchungsmedium

Bei Erkrankungen der Nieren, der Harn- und Geschlechtsorgane sowie bei Störungen des Hormonhaushalts erlaubt die Urindiagnostik Rückschlüsse auf die Krankheitsursache. Besonders praktisch sind dabei die klinischen Teststreifen, die bereits nach einer Minute Ergebnisse liefern. Diese Teststreifen kann der Hausarzt sogar beim Hausbesuch einsetzen.

Stuhl wird in der Inneren Medizin am häufigsten auf Blut untersucht, um Blutungsquellen im Dickdarm wie Polypen oder Tumoren auszuschließen. Die Stuhluntersuchung geschieht mit einfachen Schnelltests. Aufwendiger ist die mikrobiologische Stuhldiagnostik bei Verdacht auf Salmonellen- oder Wurmerkrankungen sowie die klinisch-chemische Stuhldiagnostik bei vermuteter Malabsorption, d. h. unvollständiger Nährstoffaufnahme im Darm. In beiden Fällen muss eine kleine Stuhlprobe in einem Plastikröhrchen an ein Speziallabor versandt werden.

Die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) wird in erster Linie bei Erkrankungen des Zentralnervensystems untersucht, z. B. bei Verdacht auf Hirnhautentzündung, oder bei bestimmten Krebserkrankungen. Der Liquor wird durch eine Punktion des Wirbelkanals im Bereich der unteren Lendenwirbel gewonnen (Lumbalpunktion).

Wundsekrete, Eiteransammlungen, Gelenkergüsse und Bauchwassersucht (Aszites) sind krankhaft veränderte Körperflüssigkeiten. Ihre Untersuchung erlaubt dem Arzt in aller Regel Rückschlüsse auf die Ursache der Erkrankung und kann diagnostisch entscheidend sein, z. B. wenn in einem Sekret Tumorzellen oder andere, normalerweise nicht vorkommende Substanzen gefunden werden.

Autoren

Dr. med. Arne Schäffler, Thilo Machotta | zuletzt geändert am 09.10.2018 um 14:32 Uhr
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Blut als Untersuchungsmedium