Kinnkorrektur

Kinnkorrektur(Kinnplastik): Operativer Eingriff zur Korrektur der Kinnpartie.

Ein stark fliehendes Kinn(Hypognathie) lässt die Nase größer erscheinen, als sie in Wirklichkeit ist. Ein übergroßes Kinn(Hypergnathie) verlängert das Gesicht und wird vor allem von betroffenen Frauen als unvorteilhaft empfunden, weil es dem Gesicht eine männliche Note verleiht. Auch kann ein übergroßes Kinn einen gestörten Lippenschluss bedingen. Diese Erscheinungen lassen sich durch eine Kinnkorrektur wesentlich verbessern, wodurch auch eine Harmonisierung des Gesichts insgesamt erreicht wird.

Der Eingriff

Ein zu kleines Kinn wird meist durch ein Implantat aus eigenem Knochen, Knorpel oder Silikon vergrößert. Körpereigene Substanzen heilen besser ein und werden seltener abgestoßen, machen aber im Vorfeld einen zweiten Eingriff zur Knorpel- oder Knochengewinnung notwendig. Mit Kunststoffimplantaten erzielt man ein besseres ästhetisches Ergebnis, sie sind jedoch ein Fremdkörper und werden eher abgestoßen.

Um sichtbare Narben zu vermeiden, wird der Schnitt häufig im Mundinneren gesetzt. Wird das Implantat von außen eingebracht, setzt der Operateur den Schnitt unter der Unterkiefermitte im Kinnschatten. Der Vorteil der letztgenannten Methode besteht in einem geringeren Infektions- und Abstoßungsrisiko. Kunststoffimplantate werden mit Nähten an der Knochenhaut fixiert, Knorpel- und Knochenimplantate verschraubt. In besonders ausgeprägten Fällen wird der Kieferknochen horizontal durchtrennt, nach vorne verlagert und abschließend mit einer Metallplatte verschraubt (Osteotomie).

Bei einem übergroßen Kinn wird der Knochen abgefeilt oder operativ verkürzt. Zur Verkürzung durchtrennt der Arzt den Kieferknochen, entnimmt ein keilförmiges Stück und fixiert die Kinnspitze mit einer Metallplatte. Nach dem Eingriff wird die Kinnpartie mit Heftpflaster versorgt. Der Eingriff wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert 30–60 Minuten. Nach einem Jahr wird in einem zweiten Eingriff die Metallplatte entfernt.

Nachbehandlung

Kinnkorrekturen erfordern einen Klinikaufenthalt von 1–3 Tagen. Die Pflasterfixierung wird nach 1–2 Wochen entfernt, dann ist der Patient wieder fit. In der ersten Zeit sollte man den Kopf hoch lagern und möglichst wenig kauen, lachen oder sprechen. Wenn vom Mundinneren aus operiert wurde, sollte man zwei Wochen lang auf säurehaltige oder alkoholische Getränke, Tee, Kaffee und Milch verzichten. Direkte Sonnenbestrahlung gilt es etwa drei Monate lang zu meiden. Das Ergebnis des Eingriffs kann erst nach einem halben Jahr beurteilt werden, ist dann aber dauerhaft. Die Implantate können eigentlich immer lebenslang verbleiben.

Risiken und Gegenanzeigen

Kinnkorrekturen bergen das Risiko einer Verletzung des Unterkiefernervs mit vorübergehenden oder dauerhaften Sensibilitätsstörungen im Unterlippenbereich. Wird körpereigenes Material implantiert, kann es passieren, dass es teilweise vom Körper abgebaut (resorbiert) wird. Solange das Implantat nicht fest verwachsen ist, kann es verrutschen. In diesem Fall ist eine Nachoperation erforderlich. Bei Knochenverlagerungen können in manchen Fällen Stufen und Kanten tastbar sein, ohne sich dabei aber sichtbar abzuzeichnen.

  • Kinnkorrektur mit Implantat ab 1 500 €
  • Verlagerung des Kinnknochens ab 2 000 €.

Autoren

Dr. Nicole Schaenzler, Dr. Hans-Hermann Wörl | zuletzt geändert am 07.03.2008 um 14:36 Uhr
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