Sterilitätsdiagnostik bei der Frau

Folgende Untersuchungen werden bei der Sterilitätsdiagnostik durchgeführt:

Die Basaltemperaturkurve gibt wertvolle Hinweise auf die mögliche Ursache einer Kinderlosigkeit: Oben der typische Verlauf mit zwei Phasen und in der Mitte der Eisprung, nach dem die Temperatur dann über das Niveau der ersten Zyklushälfte ansteigt. Beim Bild in der Mitte findet kein Eisprung statt (anovulatorischer Zyklus) und der Temperaturanstieg in der Zyklusmitte bleibt aus. Unten weist der verzögerte Kurvenanstieg auf eine Gelbkörperschwäche hin.
www.salevent.de, Michael Amarotico, München

Zyklusanamnese. Bei der Zyklusanamnese werden mindestens 3 bis maximal 6 Menstruationszyklen und deren Begleiterscheinungen wie Unterleibsschmerzen, Brustspannen oder Zwischenblutungen beobachtet und in einen Zykluskalender eingetragen. Ein deutlich verkürzter Zyklus weist z. B. auf eine Gelbkörperschwäche, das Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe) auf einen fehlenden Eisprung (anovulatorischer Zyklus) hin.

Basaltemperaturkurve. Um bei bestehendem Kinderwunsch die fruchtbaren Tage und den Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen, eignen sich die Basaltemperatur- und Zervixschleimmethode. Die bei der natürlichen Verhütung „gefährlichen" Tage sind hier nun die „günstigen" Tage, um ein Kind zu zeugen.

Hormondiagnostik. Die Hormondiagnostik nimmt in der Sterilitätsdiagnostik der Frau eine Schlüsselrolle ein.

Kontrastmittelsonografie. Um die Durchgängigkeit der Eileiter zu überprüfen macht man eine Kontrastmittelsonografie (Hysterokontrastsonografie, HKSG). Dabei wird ein dünner Katheder durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt, in den man anschließend Kontrastmittel gibt. Im Ultraschallbild lässt sich erkennen, ob und wie das Kontrastmittel durch die Eileiter fließt. Die Kontrastmittelsonografie hat die mit hoher Strahlenbelastung einhergende Hysterosalpingografie weitgehend abgelöst.

Kontrastmittelsonografie einer 31-jährigen Patientin mit primärer Sterilität, die sich seit 5 Jahren ein Kind wünschte. Man sieht beidseits große Auftreibungen der Eierstöcke durch Sekretanstau (Saktosalpinx, rote Pfeile), die wahrscheinlich das Ergebnis früherer Eierstockentzündungen (Adnexitiden) sind.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Bauchspiegelung. Eine Bauchspiegelung ist die präziseste Methode, um die Eileiter zu überprüfen und Organe wie Gebärmutter, Eierstöcke und Blase direkt zu betrachten. Endometriose, Verwachsungen oder Myome können erkannt und teilweise auch schon sofort während des Eingriffs entfernt werden.

Gebärmutterspiegelung. Eine Gebärmutterspiegelung gibt Aufschluss über Verklebungen, Myome oder Polypen in der Gebärmutter, die dabei oft schon während des Eingriffs entfernt werden können.

Autoren

Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 09.10.2018 um 14:03 Uhr
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