Schmerzhafter Wetterumschwung

Gelenkschmerzen im Winter

Fancy Photography/Veer
Gelenkschmerzen können an verschiedenen Körperstellen auftreten: Oft betroffen sind Hände, Knie, Hüfte oder Wirbelsäule.

Nasskalte Tage schlagen vielen Menschen aufs Gemüt – einigen auch auf die Gelenke. Viele Menschen leiden im Winter unter Gelenkschmerzen. Dafür verantwortlich sind in vielen Fällen Virusinfekte oder entzündliche Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Gicht. Wie man seine Gelenke geschmeidig hält, erklärt Prof. Dr. Gerhard P. Lenz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in der SternKlinik in Bremen.

Klima aktiviert Erkrankungen

Wem im Winter verstärkt die Gelenke schmerzen, der leidet gewöhnlich unter verschleißbedingten Veränderungen oder entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Gicht. Doch auch grippale Virusinfekte bringen entsprechende Beschwerden mit sich. Wie stark sich die Schmerzen äußern, unterscheidet sich von Patient zu Patient. „Dabei reicht die Skala von leichten, ziehenden bis hin zu akuten, massiven Schmerzen, die zusätzlich Ergussbildung, Überwärmung sowie starke Bewegungseinschränkung der Gelenke mit sich bringen“, beschreibt Prof. Dr. Gerhard P. Lenz. Meist treten die Beschwerden in Knie- und Hüftgelenken sowie in der Wirbelsäule auf.

Experten bestätigen Zusammenhänge zwischen der Schmerzintensität und plötzlichen Wetteränderungen vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet, die mit abnehmender Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit und sinkendem Luftdruck einhergehen. Aus welchem Grund Kälte und Nässe den Gelenken zusetzen, ist wissenschaftlich nicht belegt. „Es gibt Vermutungen, dass Wetterumschwünge zum einen die Schmerzrezeptoren reizen und zum anderen entzündete Gelenke bei abnehmendem Luftdruck anschwellen können“, berichtet Prof. Lenz. „Witterungseinflüsse rufen zwar keine Erkrankungen hervor, greifen den Körper aber an bereits geschwächten Stellen an.“

Anhaltende Schmerzen abklären lassen

Anhaltende Gelenkschmerzen im Winter, die sich nicht auf bereits bekannte Erkrankungen zurückführen lassen, sollte man von einem Orthopäden abklären lassen. Im Patientengespräch, mit Röntgen- oder MRT-Aufnahmen und gegebenenfalls Blutuntersuchungen geht der Arzt der Ursache auf den Grund und leitet bei Bedarf eine entsprechende Behandlung ein. So lässt sich einem weiteren Fortschreiten der Beschwerden frühzeitig vorbeugen.

Bewegt durch den Winter

Bei vielen Betroffenen führen die Schmerzen im Winter zu einem ausgeprägten Schonungsverhalten. Doch damit wählen sie den falschen Weg, denn Gelenke leben von Bewegung. „Da Gelenkknorpel nicht durchblutet, sondern über die Gelenkflüssigkeit ernährt werden, verbessert der Wechsel von Be- und Entlastung ihren Stoffwechsel“, weiß Prof. Lenz. Bereits ein täglicher Spaziergang trägt dazu bei, Gelenkschmerzen zu lindern. Hierbei wind- und wasserabweisende Kleidung tragen, die warm hält!

Nach der Bewegung im Freien tut den Gelenken ein Saunagang oder ein warmes, durchblutungsförderndes Bad gut. Weiterhin gelten Schwimmen und Fahrradfahren als ideale Sportarten bei Gelenkbeschwerden. Sie ermöglichen, Gelenke unter Entlastung zu bewegen, und trainieren gleichzeitig die Muskulatur. Dabei gilt es jedoch, Überlastung zu vermeiden. Sportanfänger mit Gelenkbeschwerden lassen sich am besten vor Trainingsbeginn von ihrem Arzt beraten. Ferner sollten sie eine Sportart wählen, die ihnen Freude bereitet. So bleiben sie länger am Ball!

Autoren

25.11.2014 | Sandra Göbel/Prof. Dr. Gerhard P. Lenz/SternKlinik Bremen
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