Tipps für Angehörige

Pflegebedürftige Diabetiker

Corbis Photography/Veer
Die Kombination aus Demenz und Diabetes ist im fortgeschritteten Alter nicht selten.

In zunehmendem Alter sind Diabetiker häufig von Demenz betroffen und auf eine stationäre Betreuung angewiesen. Die folgenden Tipps richten sich an Angehörige, die ihre kranken Verwandten oder Freunde begleiten und das Pflegepersonal entlasten wollen.

Blutzucker messen, Insulin spritzen und Diätpläne einhalten – bei Diabetes ist ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Disziplin gefragt. Älteren, pflegebedürftigen Patienten fällt es immer schwerer die komplizierten Therapiepläne einzuhalten – besonders wenn Zusatzerkrankungen wie Demenz hinzukommen. „Bei dieser Gruppe muss die Blutzuckereinstellung nicht übertrieben scharf gehandhabt werden“, betont Dr. med. Anke Bahrmann, Leiterin bei der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Geriatrie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Während für junge Diabetiker ein HbA1c-Zielwert von sieben Prozent gilt, tolerieren Experten bei älteren Patienten HbA1C-Werte von bis zu acht Prozent. Statt die Betroffenen mit neuen Therapieplänen zu verwirren, raten sie dazu altbekannte, gut einstudierte Routinen beizubehalten. So lassen sich Verwirrung, Therapiefehler und damit schwere Stoffwechselentgleisungen vermeiden.

Wie Angehörige auf pflegebedürftige Diabetiker achten können

„Oberstes Therapieziel im vorgerückten Alter ist, schwere Unterzuckerungen zu vermeiden“, erklärt Prof. Bahrmann. Bleiben diese unentdeckt, drohen gefährliche Stürze und Herzrhythmusstörungen. Eine Unterzuckerung zeigt sich an Symptomen wie Zittern, Schwitzen und innerer Unruhe. Machen sich diese bemerkbar, ist sofort das Pflegepersonal zu benachrichtigen. Zusätzlich sollten Bezugspersonen ein Augenmerk auf Sehvermögen sowie Füße und Beine ihrer kranken Angehörigen haben. Hier machen sich häufig Diabetes-Spätschäden wie Diabetische-Retinopathie oder das Diabetische Fußsyndrom bemerkbar.

Nützliche Tipps für den Besuch im Altenheim

Viele Gäste im Altenheim fragen sich, wie sie ihren kranken Verwandten oder Freunden eine Freude machen können. Pralinen, Wein, süße Trauben oder fette Wurstwaren erfreuen zwar die Beschenkten, bereiten dem Pflegepersonal jedoch reichlich Kopfzerbrechen. Denn sie durchkreuzen den Diätplan und machen höhere Insulin- und Medikamentendosen erforderlich. Ratsamer ist ein gemeinsamer Spaziergang durch die Parkanlage. „Jede körperliche Aktivität ist besser als keine“, erklärt Erhard Siegel, ehemaliger Präsident der DDG. Auch am gemeinsamen Singen finden selbst schwer demenzkranke Patienten noch große Freude. Darüber hinaus erweist es sich als hilfreich, wenn die Angehörigen das Pflegepersonal beim Füttern ablösen oder die Fahrt zum Facharzt übernehmen.

Autoren

29.05.2015 | Susanne Schmid/ Deutsche Diabetes Gesellschaft
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