Zusammenhänge zeigen sich früh

Nierensteine und Arteriosklerose

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Kinder mit Nierensteinen erkranken später häufig an Arteriosklerose.

Arteriosklerose und Nierensteine – auf den ersten Blick haben diese beiden Erkrankungen nichts gemeinsam. Doch es existieren Zusammenhänge. Schon Kinder mit Nierensteinen weisen Gefäßschäden auf, die später zu Arteriosklerose führen.

Nierensteine fristen in der Medizin eher ein Schattendasein. Doch es gibt Verbindungen zu einer gefährlichen Volkskrankheit: Menschen mit Nierensteinen neigen zu Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Bei Arteriosklerose handelt es sich um eine Erkrankung der Blutgefäße. Ausgehend von Verletzungen an der innersten Gefäßschicht entstehen Verdickungen und Verkalkungen, die in fortgeschrittenem Stadium mitunter zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

Schon Kinder mit Nierensteinen zeigen Anzeichen einer Arteriosklerose

Inwieweit sich der Zusammenhang zwischen Arteriosklerose und Nierensteinen bereits in der Kindheit bemerkbar macht, untersuchte Dr. Kusumi, Nephrologin am Nationwide Children’s Hospital. Zusammen mit ihrem Team verglich sie die Arteriendicke von 30 Kindern. 15 von ihnen hatten Nierensteine, 15 nicht. Dabei kam die Nephrologin zu folgendem Ergebnis: Bei den Kindern mit Nierensteinen war sowohl die durchschnittliche Arteriendicke als auch die Dicke der rechten Halsschlagader deutlich erhöht. Beide Werte dienen als Maßstab bei der Risikobewertung für Herzkreislauferkrankungen.

Nierensteine beeinflussen die Arteriengesundheit

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei der Bildung von Nierensteinen bestimmte Prozesse im Körper ablaufen, die auch Auswirkungen auf die Arteriengesundheit haben“, erklärt Dr. Kusumi. Bei den Kindern mit Nierensteinen stellte die Nephrologin erhöhte Entzündungsmarker fest. Dies lässt vermuten, dass die Vorgänge durch entzündliche Prozesse bedingt sind. Der genaue Mechanismus ist noch nicht bekannt.

Forscher fordern frühzeitige Präventionsmaßnahmen

Das Forschungsergebnis eröffnet neue Wege zur Arteriosklerose-Prophylaxe. Dr. Kusomie betont hierzu: „Jetzt, da wir ein klares Indiz dafür haben, dass der Zusammenhang zwischen Nierensteinen und arterieller Verdickung oder Verhärtung bereits in der Kindheit beginnt, können wir frühzeitig vorbeugende Maßnahmen ergreifen, wie Bewegungs- und Ernährung-Programme.“

Autoren

29.10.2015 | Susanne Schmid/ Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
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