Schmerzfreie Hilfe

Tabu-Thema Hämorrhoiden

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Statistiken zufolge sind Männer öfter von Hämorrhoiden geplagt als Frauen.

Hämorrhoiden sind Schwellkörper im Enddarm, die jeder gesunde Mensch hat. Sie dichten den Darmausgang ab, indem sie sich mit Blut füllen, und steuern die Darmentleerung. Ist umgangssprachlich von Hämorrhoiden die Rede, sind die Beschwerden gemeint, wenn sich die Schwellkörper krankhaft vergrößern oder nach außen verlagert sind. 

Jeder Zweite über 50 betroffen

Obwohl Hämorrhoiden sehr weit verbreitet sind - jeder zweite Erwachsene über 50 Jahren ist davon betroffen - sind diese Beschwerden und andere Erkrankungen des Enddarms noch immer ein Tabu-Thema. "Viele Betroffene greifen daher auf eigene Faust zu einer Hämorrhoidensalbe, ohne die genauen Symptome mit einem Arzt zu besprechen", sagt Professor Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). "Eine Untersuchung beim Arzt ermöglicht jedoch eine zielgenauere Therapie und hilft damit, das Jucken und Brennen im Analbereich dauerhaft loszuwerden. Insbesondere bei Blut im Stuhl sollte der Darm genauer untersucht werden, auch um andere Erkrankungen auszuschließen." 

Salben und Zäpfchen helfen

Salben und Zäpfchen lindern leichte und mittlere Beschwerden. „Die Präparate enthalten Wirkstoffe, die Entzündungen und Schmerzen entgegenwirken. Auch Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen, zum Beispiel aus Eichenrinde oder Kamille, können Linderung verschaffen", sagt Professor Raedsch.

Die medikamentöse Behandlung beseitigt aber nicht die Ursache, sondern mildert nur die Symptome. Zur dauerhaften Beseitigung der Beschwerden kann der Arzt bei schwereren Fällen völlig schmerzfrei behandeln: Durch eine Injektion (Verödung) oder durch Abschnürung mit Gummibändern (Ligatur) werden die krankhaften Schwellkörper verkleinert oder entfernt. Bei andauernden Beschwerden und bei Hämorrhoiden in einem fortgeschrittenen Stadium kann es notwendig werden, sie operativ zu entfernen.

Zur Vorbeugung: Ballaststoffreich essen, viel trinken, viel bewegen

Parallel zu einer Behandlung können Patienten neuen Hämorrhoiden vorbeugen. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornbrot, Müsli, Weizenkleie, Sesam, Obst, Gemüse und Haferflocken verhindern Verstopfungen. Ausreichend Flüssigkeit, täglich mindestens 2 Liter, am besten in Form von Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetee, sorgt ebenfalls für eine gesunde Verdauung. Wichtig ist auch, sich regelmäßig zu bewegen und Übergewicht zu vermeiden.

Der Gang zur Toilette sollte ohne Hetze und ohne starkes Pressen beim Stuhlgang erfolgen. Auch eine gute Analhygiene beugt Hämorrhoiden vor. Für Menschen, die zu Hämorrhoiden neigen, ist es ratsam, nach dem Stuhlgang, Einmalwaschlappen und Wasser oder abgepackte Feuchttücher ohne Zusatzstoffe zu benutzen, raten Apotheker.

Autoren

17.09.2009 | Dorothee Steeb
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