Wie die Einnahme richtig klappt

Medikamente im Alter

Barmer GEK
Im Alter werden die Tabletten immer zahlreicher.

Je älter wir werden, umso mehr Medikamente müssen wir einnehmen. Doch genau das wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Neben Vergesslichkeit sind es vor allem Sehschwäche und eine nachlassende Feinmotorik, die Senioren bei der richtigen Medikamenteneinnahme behindern.

Tabletten richtig im Griff haben

Damit Medikamente optimal wirken können, ist es wichtig, dass Patienten ihre Arzneien regelmäßig in der richtigen Dosierung und zur richtigen Zeit einnehmen. Besonders für Senioren ist das nicht immer leicht einzuhalten. "Selbst wenn sie an die Einnahme denken, stoßen sie bei der Umsetzung auf zahlreiche Probleme. Mangelnde Sehkraft kann beispielsweise dazu führen, die vorgeschriebene Anzahl verschriebener Tropfen richtig abzuzählen, und Tabletten aus einer Kunststoffverpackung herauszulösen, ist mit versteiften Fingergelenken ziemlich schwierig", weiß die Medizinerin Ursula Marschall von der Barmer GEK.

Einschränkungen durch Alter und Krankheit

Hinzu kommt die nachlassende Kraft im Alter. Eine Kindersicherung bei Medikamentenflaschen kann da zu einer unüberwindbaren Hürde werden. Und sogar das vermeintlich leichte Teilen einer Tablette kann schwierig werden. Ganz zu schweigen von der richtigen Handhabung eines Insulin-Pens oder eines Inhalators. "Grund für diese Beeinträchtigungen sind neben dem natürlichen Kraftverlust auch Krankheiten wie Arthritis oder Arthrose, Nervenschädigungen durch Diabetes oder Beeinträchtigungen nach einem Schlaganfall", so Marschall.

Die Scham überwinden

Um Abhilfe zu schaffen, müssen sich Betroffene zunächst einmal ihre Schwäche eingestehen. Doch gerade das kostet ältere Patienten oft viel Überwindung. Sobald sie jedoch dazu stehen, dass sie Hilfe brauchen, können sie beispielsweise Angehörige bitten, sie bei der richtigen Medikamenteneinnahme zu unterstützen.

Hilfe von außen

Doch auch Apotheker können Betroffenen helfen, indem sie die Handhabung bestimmter Dosiersysteme mit den Patienten üben. "Möglicherweise können sie anschließend die Arzneimittel-Anwendung durch Hilfsmittel vereinfachen oder eine effektivere Griffart vorschlagen", erklärt Marschall. In manchen Fällen empfiehlt sich aber auch – in Absprache mit dem verordnenden Arzt – ein Wechsel der Arzneiform oder des Applikationssystems.

Autoren

28.11.2011 | Andrea Bronberger/Barmer GEK
Vorheriger Artikel

Leckereien vom Weihnachtsmarkt