Psyche beeinflusst Zuckerkrankheit

Depression erhöht Diabetesrisiko

Untersuchungen haben gezeigt, dass Depressionen das Risiko steigern, an Diabetes zu erkranken. Die beiden Krankheiten treten häufig zusammen auf und verstärken sich gegenseitig. Davor warnt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN).

Gesundheit missachten

Menschen, die unter Depression leiden, haben ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko für eine Diabetes-Erkrankung. „Zudem werden häufig ein schlechterer Verlauf des Diabetes und mehr Symptome wie Übergewicht, Bluthochdruck und Nervenschäden beobachtete“, erklärt Ulrich Schweiger vom DGPPN. Ursache dafür könnte eine Störung des Stoffwechsels durch depressive Störungen sein. „Hoffnungslosigkeit, Antriebsarmut und Interessenverlust führen zu einer Vernachlässigung des Körpers, zu schlechter Ernährung, Bewegungsmangel und unkontrolliertem Alkohol und Zigarettenkonsum“, betont Schweiger. Die Missachtung der eigenen Gesundheit trägt so zur Entwicklung von Diabetes bei.

Psychische Belastung

Diabetiker haben umgekehrt ein um etwa 20 Prozent höheres Risiko an Depressionen zu erkranken als gesunde Menschen. „Die Diagnose eines Diabetes ist ein Einschnitt im Leben der Patienten, der ihnen viel abverlangt“, sagt der Experte. Die Krankheit beherrscht oft den Alltag, da Patienten sehr gewissenhaft planen und sich ständig kontrollieren müssen. Das Zusammenspiel von Depressionen und Diabetes ist oft lebensbedrohlich. „Die Patienten haben eine geringere Lebenserwartung, zudem nimmt ihr Suizidrisiko zu“, warnt Schweiger. Deswegen müssen Diabetiker nicht nur den Umgang mit ihrer Stoffwechselstörung erlernen, sondern auch die möglichen psychischen Belastungen verarbeiten.

Symptome erkennen

Eine Depression bei einem Menschen mit Diabetes zu erkennen, ist nicht einfach. „Anzeichen wie Müdigkeit, Erschöpfung und auch sexuelle Probleme können durch die Stoffwechselerkrankung selbst verursacht sein“, sagt der Experte. „Deshalb ist es wichtig, auf andere typische Symptome wie tiefe Niedergeschlagenheit, Mut- und Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifel sowie verminderte Antriebs- und Entscheidungsfähigkeit zu achten“, rät Schweiger. Angehörige und Freunde sollten bei einem Verdacht den Patienten offen darauf ansprechen und vorschlagen, mit einem Arzt über die seelischen Probleme zu reden.

Depression lassen sich bei Diabetikern ebenso gut behandeln wie bei gesunden Menschen. „In einer Verhaltenstherapie können die Patienten lernen, ihre Erkrankung besser zu akzeptieren. Auch das Selbstmanagement der Diabetes-Therapie mit regelmäßigen Blutzuckerkontrollen, Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität kann dadurch verbessert werden“, sagt Schweiger.

Autoren

03.01.2013 | Isabelle Hübler
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